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Studium als Einwanderungshilfe: Residence Permit erfordert Management-Anstellung

 

(Von Peter Hahn und Anja Schönborn, beide Wellington)

Über die letzten zwei Jahre hat sich für viele Einwanderungswillige immer deutlicher gezeigt, dass auch ein Studium in Neuseeland ein sinnvoller Weg sein kann, um später die begehrte Residency, die Aufenthaltsgenehmigung im Land, zu bekommen. Doch Negativschlagzeilen und der Missbrauch der Richtlinien scheinen derzeit die Immigrationsbehörden überzustrapazieren und zu sensibilisieren.

Wer in ein kostspieliges Studium oder einen Aufbaustudiengang in Neuseeland investiert, bekommt nicht nur ein Studenten-Visa und die Möglichkeit während des Studiums bis zu 20 Stunden pro Woche zu arbeiten, sondern erhält nach abgeschlossener Ausbildung auch ein Work Visa für ein Jahr. In dieser Zeit kann der Bewerber dann versuchen so genanntes „Skilled Employment“ zu finden, mit dem er dann sogar ein Residence Visa, also eine Daueraufenthaltserlaubnis ergattern kann. Nur wenige Studienabgänger finden jedoch nach einem Jahr eine Arbeitsstelle, die von Immigration New Zealand als „Skilled Employment“ anerkannt wird. Immer wieder machen Negativbeispiele die Schlagzeilen, dass ausländische Studenten ihr Vermögen in ein Studium finanzierten, in Aussicht auf eine spätere Residency und dann aber keine Aufenthaltsgenehmigung bekamen, sondern ausgewiesen wurden.

 

Hier liegt bereits der Haken“, mahnt Einwanderungsberater Peter Hahn. „Die Regierung wirbt für ihr Exportbusiness „eine Ausbildung in Neuseeland“ und suggeriert dabei, dass dies den Freifahrschein zu einem Leben im Land mit sich bringen würde.“

Die attraktive Möglichkeit über ein Studium im Land dauerhaft Fuß zu fassen wird tatsächlich immer beliebter. Besonders in Asien und Indien werben Agenten aktiv für Studiengänge in Aotearoa, bekommen sogar in der Regel eine Provisionszahlung pro Vermittlungsfall. Unzählige ausländische Familien nehmen Kredite auf, um ihrem Nachwuchs den Schritt in das gelobte Land zu ermöglichen und das teure Studium zu finanzieren. „Die Agenten müssen sich nicht registrieren. Viele vor allem indische Studenten kommen dann beispielsweise an die Polytech und absolvieren in Neuseeland ein Business-Studium. Das ist schnell und von den Gebühren her noch eine der günstigeren Ausbildungen“, berichtet der Immigrationsberater aus seiner langjährigen Erfahrung. In den letzten Jahren sind unzählige Fachhochschulen aus dem Boden gestampft worden, um der Nachfrage nach Studienplätzen gerecht werden zu können. Am besten und günstigsten ließen sich Studiengänge in „Business“ verkaufen. „Was jedoch keiner so recht bedenkt, ein Business-Studium, vergleichbar mit einem Studium im kaufmännischen Bereich in Deutschland, ist ein Allerwelts-Studium in Neuseeland und kein gesuchter Beruf. Am Ende der Ausbildung konkurrieren die ausländischen Bewerber dann auf dem Jobmarkt mit unzähligen Neuseeländern und allen anderen ausländischen Studienabgängern ihres Jahrgangs. Eine Anstellung in einer hohen Position zu ergattern, ist dann unglaublich schwer. Am Ende finden diese Bewerber dann keine qualifizierte Arbeit, erhalten somit keine Residency und werden schließlich aus Neuseeland ausgewiesen.“ Dieser Druck scheint in letzter Zeit immer häufiger dazu zu führen, dass Firmen offiziell angeben, ausländisches Personal als Fachkräfte in Manager-Positionen anzustellen, die Arbeitskräfte jedoch ausgebeutet wurden, in Wirklichkeit gar keine Manager waren und zudem der Firma für diesen Betrug sogar noch Geld bezahlen mussten. Die bewusste Vortäuschung falscher Tatsachen, nur um die Residency zu erhalten? Zum einen wurden Vorwürfe gegen die Politik der Einwanderungsbehörde laut, man würde potenzielle Einwanderungswillige unter falschen Voraussetzungen anlocken, um höhere Einnahmen durch Studienplätze zu erhalten. Auf der anderen Seite werden derzeit immer mehr Fälle gegen korrupte Unternehmen und Schwindel um erfundene Arbeitsstellen aufgedeckt, weil angelockte ausländische Bewerber in ihrer Verzweiflung alles versuchen, um im Land bleiben zu können.

Immigration Neuseeland wird durch die Häufung solcher Vorfälle natürlich immer hellhöriger und vorsichtiger. Das wirkt sich dann auf die Bearbeitung aller Anträge, sprich auch auf Bewerber aus Deutschland aus. Die Skepsis bei Immigration ist mittlerweile groß und es erfordert eine von Anfang an gut durchdachte Strategie, um Residence-Anträge auf ein Studium in Neuseeland aufzubauen“, gibt Peter Hahn zu bedenken.

Viele Job-Bezeichnungen werden jetzt von Immigration auf die Goldwaage gelegt, Interpretationsmaßstäbe hoch angesetzt und die Hürde, den Antrag genehmigt zu bekommen, ist dementsprechend größer. „Beispielsweise gibt es bei den Jobformulierungen viele Grauzonen. Da ist es wichtig die Lage plausibel darzustellen, mit dem Arbeitgeber an einem Strang zu ziehen, um unter anderem glaubhaft darzustellen, dass der Job nicht nur auf dem Papier besteht. Die Bezahlung muss dem Marktwert einer „Skilled Employment“-Position entsprechen und die Aufgabengebiete dieser Position müssen vom Antragsteller auch tatsächlich abgedeckt werden. Ein Farm Assistant Manager gilt beispielsweise nicht als „skilled“, nur die Stelle des Farm Managers selbst wird als „Skilled Employment“ angesehen. Arbeitet aber beispielsweise der Besitzer der Farm mit in dem Betrieb, wird es schwer sein, glaubhaft zu machen, dass dieser nicht selbst die Farm managt“, erläutert der Neuseeland-Experte ein Beispiel. So kann in einem Laden oder in einem Restaurant zwar ein Manager eingesetzt werden aber diese Position wird nur selten bei Immigration New Zealand als „skilled employment“ durchgehen. „Unsere Praxis hat gezeigt, dass man da bei den Job-Bezeichnungen im Einzelfall ganz schön kreativ werden muss. Am aller wichtigsten ist es jedoch, dass man schon ganz von Anfang an eine gute Strategie fährt. Über die Student Category dauerhaft nach Neuseeland kommen zu wollen, bedarf einer guten Planung. Studieren lohnt sich wirklich nur, wenn der jeweilige Studiengang später auch realistische Chancen auf dem Arbeitsmarkt in Neuseeland liefert. Das ist beispielsweise im Bereich der IT, im Ingenieurswesen oder in der Sozialarbeit der Fall“, weiß Peter Hahn. „Genau in diesen Bereichen hatten wir auch schon deutsche Kunden, deren Weg über ein Studium bis zur Residency so komplikationslos funktioniert hat.“

Um zu verhindern, dass es später zu Komplikationen kommt oder die oft nicht zu verachtende Summe für hohe Studiengebühren in den Sand gesetzt wird, empfiehlt es sich die Einwanderung von vorn herein durchdacht zu managen und bereits von Anfang an die Weichen in die richtige Richtung zu stellen.

 

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