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Lake Dunstan bei Cromwell: Neuseelands jüngster See

Hinter dem Staudamm von Clyde hat der mächtige Clutha River einen über 40 Kilometer langen, 26,4 Quadratkilometer bedeckenden See geschaffen, der von seinem südlichen Ende in der Cromwell Gorge bis zu den Lowburn Flats im Nordwesten reicht.

Der neue Stausee hat das Gesicht der Landschaft nachhaltig verändert. Die mit Obsthainen bestandenen Flussterrassen in der Cromwell Gorge sind komplett verschwunden, genau wie die ganze Schlucht zwischen den Cairnmuir Mountains im Westen und den Dunstan Mountains im Osten. Auch der Ort Cromwell selbst hat sich verändert: Er liegt jetzt nicht mehr hoch über dem Clutha und Kawarau River, sondern auf einer Halbinsel, die in den neuen See hineinragt.

Das ehemalige Stadtzentrum wurde dabei teilweise überflutet, weshalb man einige Straßenzüge komplett verlegte und an neuer Stelle zusammenfasste. Da außerdem gemunkelt wurde, die Energie aus dem Stausee würde für ein Aluminiumwerk bei Dunedin gebraucht, sorgte das bei den Einwohnern Cromwells zunächst für einigen Aufruhr. Die zwölf historischen Gebäude im Süden der Stadt, die auf den Bannockburn Arm blicken, sind eigens abgebaut und wieder aufgebaut worden, in den nächsten Jahren sollen weitere hinzukommen.

Mit seiner strategischen Lage genau in der Mitte des neu geschaffenen Sees profitiert Cromwell heute ein gutes Stück von seiner neuen Situation. Die künstlichen Strände, Hafenanlagen und zahllosen Bootsrampen des Lake Dunstan sind für Wassersportler, Forellenangler, Badegäste, aber auch Radfahrer und Golfer ein enormer Anziehungspunkt in der Region. Zwischen Cromwell und Lowburn wurden über 100 Grundstücke mit Immobilien für Erholungszwecke geschaffen und verkauft, zahlreiche weitere sind in Planung.
In Clyde, am Südende des Lake Dunstan, tut sich ebenfalls einiges. Die Reputation der Cromwell Gorge als eine der besten Stellen zum Rudern in Neuseeland wird demnächst zum Bau einer neuen Sportanlage in Weatherall Creek führen.

Obwohl die Arbeiten am Damm schon 1977 begannen, dauerte es bis zum April 1992, dass man mit dem Aufstauen des Flusses anfangen konnte. Für die lange Bauzeit waren knifflige ingenieurtechnische Herausforderungen verantwortlich. Der Hauptgrund: Der Staudamm steht auf einer seismischen Verwerfungslinie, einer sogenannten „fault line“.
Auch die umgebenden Berge werden von Geologen als nicht allzu stabil eingestuft. Man befürchtete, ein Erdrutsch könnte die Schlucht blockieren, im angestauten See zu großen Wellen führen oder den Damm nachhaltig beschädigen. Deshalb wurde er besonders widerstandsfähig konstruiert: Die Staumauer besteht aus zwei separaten Teilen, die sich unabhängig voneinander bewegen können und damit etwaige Stöße und Bewegungen ausgleichen sollten.

Um destabilierendes Wasser aus dem Felsen abzuleiten, wurden zwischen 1988 und 1994 ganze 14 Kilometer an Tunneln in die Bergwände gebohrt, riesige „Stempel“ aus Beton sollten alte Erdrutsche verfestigen. Am Nordende der Cromwell Gorge wurden 15 gigantische Stufen aus geteerten, mit Steinen gefüllten Stahlbetonkästen angelegt; die „Cairnmuir Slide“ soll Regenwasser auffangen und ableiten. Ganze 15 Millionen Neuseeland-Dollar kostete das Netzwerk an Röhren und Leitungen oberhalb der Terrassen, das ebenfalls Regenwasser ableiten soll.

Wegen der horrenden Kosten und des enormen Aufwands wurde der Clyde-Staudamm zum letzten wirtschaftlichen Großprojekt der Regierung unter Premier Robert Muldoon. Hat es sich gelohnt? Die meisten Einwohner der Gegend würden heute wohl zustimmen.

(Jenny Menzel)

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