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Tradition der Maori: Powhiri

Wer auf seiner Neuseeland-Reise das Glück hat, in einen Marae eingeladen zu werden, der wird vor dem Betreten dieses für fremde Besucher verbotenen Geländes mit einem feierlichen Willkommensakt begrüßt: dem „Powhiri“.

Dieser traditionelle Begrüßungsakt läuft je nach Anlass ein wenig verschieden ab, sein Ursprung ist aber immer derselbe: In einem gespielten Kampf zwischen Herausforderern und Verteidigern heißen letztere ihre Gäste willkommen im Zuhause ihres Stammes. Für ein Powhiri braucht es immer mindestens vier Teilnehmer; zwei Besucher und zwei Gastgeber, jeweils Mann und Frau. Wer an einem Powhiri teilnehmen möchte, sollte sich innerhalb der Besuchergruppe immer im Vorhinein absprechen, wer die Führungsrolle übernehmen wird. Denn bei einem Powhiri ist Mut zeigen und Mitmachen angesagt!

Ein Powhiri gliedert sich immer in drei Teile. Der Anfang ist am spannendsten: Beim „wero“, der Herausforderung, stellen drei Krieger des gastgebenden Stammes die Gäste auf die Probe, um herauszufinden, ob sie auch wirklich mit freundlichen Absichten gekommen sind. Oft schwingen sie zeremonielle Speere („taiaha“) und legen nach wildem Tanz und eindrucksvollen Drohgebärden ein kleines Objekt auf den Boden des Marae. Die Besucher müssen dieses (oft handelt es sich um einen Zweig, manchmal um eine rituelle Waffe) dreimal aufheben und den Gastgebern zurückgeben, um ihre guten Absichten zu demonstrieren.

Nun wird eine Maori-Frau aus dem Stamm der Gastgeber einen Willkommensgesang anstimmen, den „karanga“. Auf dieses Signal hin dürfen sich die Besucher auf die Versammlungshalle des Marae zubewegen; eine Frau aus der Gruppe der Besucher soll dabei auf den „karanga“ antworten. Langsam und schweigend, die Frauen vor den Männern, treten die Gäste dann vor ihre Gastgeber.

In der Versammlungshalle („wharekai“) des Marae angekommen, lassen sich alle einander gegenüber nieder. Es wird erwartet, dass die ältesten Männer beider Gruppen nun einige Reden halten, gefolgt von Gesängen, die das Gesagte unterstreichen. Danach wird es für die Gäste Zeit, ihr Geschenk zu überreichen, denn ein Fest im Marae ist teuer und sie sollen ihren Anteil dazu leisten. Zum Abschluss der Begrüßung erweisen sich beide Parteien mit dem traditionellen Nase-Berühren, dem „hongi“, ihr Vertrauen. Und dann beginnt das Festmahl!

Noch bis vor wenigen Jahren war ein Powhiri eine wirklich außergewöhnliche Erfahrung, die nur wenigen Neuseeland-Besuchern zuteil wurde. Inzwischen haben die Maori dazugelernt und wollen ihren Teil vom wachsenden Kuchen der Tourismus-Einnahmen haben. Vielerorts gibt es auch schlicht keine anderen Einnahmequellen für die verarmten Gemeinden als die Öffnung ihrer Kultur für zahlende Touristen.

Von einigen Maori wird das Auftreten auf Bühnen und das Vermarkten ihrer Bräuche als Verramschung verachtet; die Mehrheit präsentiert aber selbstbewusst ihre Sitten und Bräuche vor den Touristen, die ganz selbstverständlich als Gäste des Stammes betrachtet werden. Die Begeisterung und den Stolz spürt man als Besucher von Maori-Dörfern wie Tamaki bei Rotorua oder als Teilnehmer an „Maori cultural experiences“ deutlich.

Und wenn man dann erfährt, dass heutzutage sogar Angestellte an ihrem neuen Arbeitsplatz mit einem Powhiri empfangen werden, dann ist die Tradition der Maori wirklich in der Zukunft angekommen.

(Jenny Menzel)

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