NewZealand Migration

 

Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

Leserfoto-Kalender Neuseeland 2017

 

Bestellen Sie den neuen Leserfoto-Kalender 2017 (Format: 500 mm x 350 mm) zum Preis von 24,95 €, Versand innerhalb Deutschlands kostenfrei, andere Länder zzgl. 3 €) risikofrei gegen Rechnung. Ansichten der Kalenderblätter und Bestellungen in unserem Shop.

 

 

 

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

360° Kanada

Kennen Sie schon unser Schwester-Magazin 360° Kanada?
Mehr erfahren Sie hier:

 

Werbung

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Willkommen bei 360° Neuseeland

Guten Tag, mein Name ist Whanganui River

Ein Fluss mit Persönlichkeitsrechten und einer offiziellen juristischen Identität – mit dieser Entscheidung der neuseeländischen Regierung hat Neuseeland am 16. März 2017 wieder eine neue Kuriosität zu der langen Liste von Seltsamkeiten hinzugefügt, die das Land in den Augen der Welt oft liebenswert und ein wenig verrückt erscheinen lassen.

Die Anerkennung des Whanganui River, längster schiffbarer Fluss des Landes, als lebendes Wesen („living entity“) mit allen einhergehenden Rechten und Pflichten ist für die Maori vom Stamm der Te Ati Haunui a Paparangi keine witzige Anekdote. Sie leben schon seit Jahrhunderten an, auf und mit dem Fluss, der für sie Te Awa Tupua heißt und von tiefer spiritueller Bedeutung ist. Wo Pakeha eine Wasserstraße mit enormen wirtschaftlichen Vorteilen sehen, leben für die Maori die Seelen ihrer Vorfahren weiter.

Ein Sprichwort der Te Ati Haunui a Paparangi lautet: „Ko au te Awa, ko te Awa ko au“ – Ich bin der Fluss, der Fluss ist ich. Einen Wasserweg als Person anzusehen, ist für die Maori nichts Neues; entsprechende Forderungen an den neuseeländischen Staat stellten sie bereits 1870, konkrete Verhandlungen liefen seit 2009. Der Whanganui River kann nun zum Beispiel vor Gericht als Kläger auftreten oder Verträge abschließen. Als Vertreter des Flusses sind zwei Mitglieder der lokalen Maori-Gemeinde ernannt.

Wer versuchen will, die Bedeutung des Whanganui River für die Maori nachzuempfinden, dem sei eine Bootstour auf dem Fluss ans Herz gelegt. Wer fit ist und das Nasswerden nicht scheut, der kann die „Whanganui Journey“ antreten, eine 145 Kilometer lange Flusswanderung per Kajak oder Kanu, die trotzdem als einer der Great Walks in Neuseeland zählt – nur eine weitere Kuriosität.

Unterwegs passiert man winzige Orte mit klingenden Namen wie Jerusalem oder Koriniti, die von den Hoffnungen der europäischen Siedler und ihren Missionierungsbestrebungen zeugen. Als Transportweg spielt der Fluss heute kaum eine Rolle mehr, entsprechend dünn besiedelt ist die Region, durch die der Whanganui River fließt – von den Vulkanen des Tongariro National Park durch dichten Regenwald mit schroffen Felsen und über die weite Küstenebene bis zur South Taranaki Bight, wo der 290 Kilometer lange Fluss in die Tasman Sea mündet und von der er seinen Namen hat – Whanganui heißt „große Bucht“ oder „großer Hafen“.

Ausfahrten im Stil der frühen europäischen Siedler macht das historische Dampfboot „Waimarie“ möglich, das bereits 50 Jahre lang auf dem Grund des Flusses gelegen hatte, bevor man es restaurierte. Oder man lässt sich in romantischen breiten Holzkähnen, den „river dories“, über den Fluss schippern, der zu Anfang des 20. Jahrhunderts international als der „Rhein von Neuseeland“ vermarktet wurde.

Das Wahrzeichen der Whanganui Journey ist allerdings doch nur zu Fuß zu erreichen: Die „Bridge to Nowhere“ mitten im urwüchsigen Dschungel führt tatsächlich nirgendwohin. Heute jedenfalls nicht mehr; errichtet wurde sie 1936, um den mutigen Siedlern im abgeschiedenen Tal von Mangapurua den Zugang zur Welt zu ermöglichen.
Eilige Besucher können den Trip von Pipiriki zur Brücke flussaufwärts (und wieder zurück) ganz schnell mit dem Jetboat abhaken. Das genaue Gegenteil bietet Ki Tai Whanganui River Tours: Unter fachkundiger Führung von ortsansässigen Maori erkundet man den Fluss hier in traditionellen „waka“, den Kanus der Maori.

(Jenny Menzel)

Goto Top