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Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

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Myrtle Rust: Neue Bedrohung für Neuseelands einheimische Bäume

Nach der mysteriösen „Kauri dieback“-Krankheit, die unaufhaltsam Neuseelands älteste und größte Bäume vernichtet, kommt auf die Kiwis ein weiterer Schock zu: Ein neuer Schädling geht nicht nur den ikonischen neuseeländischen Weihnachtsbäumen, den rot blühenden Pohutukawas, an den Kragen, sondern bedroht auch die millionenschwere Manuka-Honig-Branche.
Als „Myrtle Rust“ wird ein leuchtend gelber Pilz bezeichnet, der ausschließlich Pflanzen aus der Myrten-Familie (lateinisch: Myrtaceae) befällt. In Neuseeland gehören in diese Familie einige der schönsten einheimischen Bäume und Sträucher, wie zum Beispiel der Pohutukawa, aber auch der Kanuka und Manuka-Strauch, der sich lianengleich windende Rata-Baum, die Feijoa und der in Feuchtgebieten wachsende „Swamp Maire“.

Myrtle Rust stammt ursprünglich aus Brasilien. Der Pilz befällt zuerst die frischen, neuen Blätter der Pflanzen, dann Blüten und Früchte. Seine mikroskopisch kleinen Sporen können mit dem Wind über riesige Distanzen reisen.

Neuseelands erster Fall einer Myrtle-Rust-Infektion wurde Ende April im Northland entdeckt. In einer Baumschule in Kerikeri hatten fünf Pohutukawa-Setzlinge den gelben Pilz auf ihren Blättern. Labortests bestätigten, dass es sich um den Pilz aus Brasilien handelt. Wahrscheinlich sind seine Sporen Anfang April mit dem Zyklon Debbie aus Australien hergekommen. Und gegen den Wind können auch die schärfsten Einreisekontrollen nichts ausrichten.

Die schlimmste Nachricht für Neuseelands Myrtenbäume, die ohnehin schon bedroht sind durch Possums und andere Fressfeinde: Es gibt keine bekannte Möglichkeit, Myrtle Rust zu kontrollieren. In sehr beschränkten Gebieten wie Gärten und Parks können Fungizide eingesetzt werden. Damit würde man aber andererseits Neuseelands andere Pilzarten, die lebenswichtig für das Ökosystem des Waldes sind, genauso vernichten.

Im Jahr 2010 wurden erste Infektionen in Australien entdeckt. Damals breitete sich der Pilz innerhalb eines einzigen Jahres vom tropischen Queensland im Norden bis nach Tasmanien aus. Ende März 2017 kam er auf den zu Neuseeland gehörenden Kermadec-Inseln im Norden der Hauptinseln an. Während Myrtle Rust in einigen Regionen Ostaustraliens alle Bäume tötet, schädigt er in anderen Gegenden nur einzelne Pflanzen leicht. Die Auswirkungen sind also verschieden und unvorhersehbar.

Das Einzige, was sicher scheint: Wenn der Pilz einmal in Neuseeland angekommen ist, wird er sich (vorerst) ungehindert ausbreiten. Und selbst, wenn man den Pilz komplett vernichten könnte – die Sporen können jederzeit erneut aus Australien herüberkommen.

Bedroht ist nicht nur das Nationalbewusstsein, das am neuseeländischen Weihnachtsbaum hängt – auch die Honigindustrie, die ihren Rohstoff von den Blüten des Manuka-Strauchs gewinnt, und die nur in Neuseeland bekannten Feijoa-Früchte sind bedroht. Wissenschaftler prognostizieren, dass sich der Pilz wahrscheinlich im Northland, Hawke’s Bay und der Bay of Plenty sowie an den Küsten der Canterbury Plains ausbreiten wird. Das subtropische Klima und die starken Niederschläge bieten dem Pilz auf der Nordinsel das ganze Jahr über ideale Bedingungen.

Die Neuseeländer sind jetzt aufgerufen, jeden entdeckten Fall von Myrtle Rust zu melden. Man soll den Pilz auf keinen Fall berühren oder befallene Blätter abpflücken, um ihn nicht versehentlich weiter zu verbreiten. Stattdessen soll man ein Foto machen und die Lage des befallenen Baums an die Hotline 0800 80 99 66 weitergeben. Ob die dann mehr tun können, als den Befall zu verzeichnen, bleibt abzuwarten.

(Jenny Menzel)
Bild-Credit: John Tann from Sydney, Australia (Myrtle rust on Geraldton Wax leaf tips), CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0), via Wikimedia Commons

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