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Immer mehr Unfälle mit ausländischen Fahrern

Die Zahl ausländischer Touristen, die auf neuseeländischen Straßen in Verkehrsunfälle verwickelt werden, steigt stetig an. Nach Statistiken des Verkehrsministeriums ist die Zahl schwerer und tödlicher Zusammenstöße, an denen ein Fahrer mit einem ausländischen Führerschein beteiligt oder schuld war, von unter 3 Prozent im Jahr 1995 auf fast 7 Prozent im Jahr 2016 gestiegen.

Die Statistik des Verkehrsministeriums erfasst auch Unfälle, die nur deshalb passierten, weil sich ein ausländischer Fahrer nicht an die örtlichen Verkehrsbedingungen angepasst hatte – also die Vorfahrtsregeln missachtet oder die Zustände der Straßen falsch eingeschätzt hatte. Der Anteil dieser Unfälle ist im Zeitverlauf ebenfalls gestiegen, liegt aber immer noch bei unter 2 Prozent.

Die Kosten für jeden Verkehrstoten werden auf über 4 Millionen NZD geschätzt.

Eine Untersuchung von Verkehrsunfällen mit Beteiligung ausländischer Fahrer vom April 2016 ergab, dass ein Drittel der nicht-neuseeländischen Unfallverursacher sich nicht an die Verkehrsregeln gehalten hatte; dazu zählte auch und vor allem das Fahren auf der linken Seite. Diese Fälle machten die Hälfte aller tödlichen Unfälle aus.
Bereits 2015 hatte der zehnjährige Cody Roberts, dessen Vater bei einem Unfall mit einem ausländischen Touristen gestorben war, eine Petition eingereicht. Er forderte, dass alle Touristen in Neuseeland, die ein Mietfahrzeug steuern wollten, vorher einen Test absolvieren sollten.

Im Februar 2017 wurde eine neue Petition eingereicht. Nun sollen Touristen mit einer Aufenthaltsdauer von mehr als drei Monaten in Neuseeland einen neuseeländischen Führerschein erwerben müssen. Bisher dürfen Besucher in Neuseeland bis zu einem Jahr mit ihrem in der Heimat erworbenen Führerschein fahren, wenn sie einen zusätzlichen Internationalen Führerschein oder eine amtlich beglaubigte Übersetzung vorweisen können. Ob sie die neuseeländischen Verkehrsregeln kennen und anwenden können, wird dabei nicht geprüft.

Premierminister Bill English und das Verkehrsministerium sprechen sich gegen solche Initiativen aus; es sei schlicht unmöglich, jeden Fahrer, der nach Neuseeland kommt, vorher zu prüfen. Eine Beschränkung der Tests auf Fahrer, die längere Zeit im Land sind, macht nach anderen Meinungen ebenfalls wenig Sinn; Unfälle unerfahrener Besucher geschehen ja vor allem in ihren ersten Tagen auf Neuseelands Straßen.

Die Diskussion darüber, wie groß der Anteil ausländischer Fahrzeugführer an Neuseelands Verkehrsunfällen ist und wie sich diese bestmöglich reduzieren lassen, geht wohl in die nächste Runde.

(Jenny Menzel)

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