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Innovativ und erfolgreich: Talente einer unterschätzten Technik-Nation

In diesem Jahr will das Unternehmen Rocket Lab ein gut 17 Meter langes Gefährt von der Mahia Peninsula in Neuseeland in den Weltraum schießen. Gebaut wurde die Rakete in Auckland und sie soll den Zugang zum All revolutionieren, so die Fachpresse.

Das ist nur eine von vielen Erfolgsgeschichten, die Neuseeland in den letzten Jahren zunehmend zu verzeichnen hat. Das kleine unauffällige Land am Ende der Welt wird meist nur mit Schafen und epischen Landschaften für Touristen assoziiert. Das sind auch momentan noch die größten Wirtschaftsfaktoren der einstigen Agrarnation. Doch das ist schon lange nicht mehr alles.

Der Technologiesektor ist, an Export-Dollar gemessen, deutlich auf dem Vormarsch. Neuseeland ist innovativ, die Nation der Erfinder auf dem Techniksektor extrem erfolgreich. Und das sorgt auf dem Weltmarkt für Furore.

Die Silicon-Valley-Elite ist aufmerksam geworden auf das kleine Land im Pazifik. Startup-Unternehmen, Investoren und Bastler sehen Neuseeland durchaus als konkurrenzfähig an.

„Klein und flexibel zu sein, hat Vorteile“, erklärt auch Shawn O’Keefe, der aus Texas stammende Programmleiter für die in Wellington ansässige Firma Creative HQ. „Neuseeländer nehmen die Weltprobleme ernst und tüfteln an Lösungen!“

Beim „Doing Business“-Ranking der Weltbank steht Neuseeland schon viele Jahre an der Spitze. Unternehmen gründen und führen ist einfach und unkompliziert. Wenig Bürokratie, Flexibilität und ein überschaubares Steuersystem erleichtern Unternehmern die Firmengründung.

Doch nicht nur viele erfolgreiche Firmenchefs wie Peter Thiel, Schlagzeilenmacher Kim Dotcom oder der kanadische Regisseur James Cameron haben ihren Wohnsitz nach Neuseeland verlegt. Auch viele junge Unternehmer versuchen ihr Glück in Neuseeland.

Das Land weiß um seinen Ruf und versucht, genau diese jungen, erfolgversprechenden Durchstarter anzuziehen.

Der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn kennt die Schwierigkeiten und Chancen für deutschsprachige Unternehmer, die als Firmengründer nach Neuseeland einwandern wollen: „Es werden ganz offensichtlich Entrepreneure gesucht, also der Wille, solche Leute hier aufzunehmen, ist sicherlich vorhanden. New Zealand Trade and Enterprise möchte etwa die ‚Bill Gates von morgen’ anlocken und bietet entsprechend Hilfe an.

Allerdings muss man ganz klar sagen: Eine Firmengründung allein reicht zum Einwandern absolut nicht aus. Auch wenn das immer wieder so dargestellt wird!“, macht Peter Hahn deutlich.

Er unterscheidet drei Möglichkeiten für Unternehmer, in Neuseeland Fuß fassen zu können:

Entrepreneur-Kategorie

Ein Weg ist die klassische Entrepreneur-Kategorie: „Auch diese Einwanderungsschiene wurde in den letzten Jahren verschärft. Man benötigt zunächst einen wirklich gut ausgefeilten Businessplan. Auch die Richtlinien in puncto Investitionskapital sind strikter geworden. Zudem wird Geschäftserfahrung in einer Managerposition gefordert. Ganz entscheidend ist es, den Vorteil für Neuseeland herauszuarbeiten.

Schafft man Arbeitsplätze, ist innovativ und kann ein hohes Exportvolumen generieren, lässt sich in einigen Fällen darauf eine Einwanderung aufbauen. Allerdings ist das Verfahren über drei Jahre entsprechend risikobehaftet“, erklärt der Einwanderungsexperte aus Erfahrung. „Am besten ist es, wenn man ein bestehendes, gut gehendes Geschäft nach Neuseeland umziehen kann, wie eine ortsunabhängige IT-Firma.“

Investor-Kategorie

Eine zweite Möglichkeit bietet die „Investor Category“: „Wer über 3 Mio. NZD in Neuseeland investieren kann, unter 66 Jahre alt ist und den Englischtest besteht, erfüllt schon einige Anforderungen. Zudem muss man mindestens drei Jahre Geschäftserfahrung als Manager in einer größeren Firma mit mindestens fünf Beschäftigten mitbringen oder 1 Mio. NZD Umsatz pro Jahr vorweisen, um über diese Schiene ein ,Residence‘-Verfahren aufbauen zu können“, erklärt der Neuseeland-Experte.

Ab einer Investition von 10 Mio. NZD entfallen sogar die Anforderungen hinsichtlich Englischtest, Alter und Geschäftserfahrung.

Global Impact Visa (GIV)

Dieses Visum wurde geschaffen, nachdem man erkannte, dass der Technologiesektor in Neuseeland exponenziell wächst und nicht linear. Dieser Bereich ist nicht von Ressourcen abhängig, wie die Tourismusbranche, die eine gewisse Infrastruktur benötigt, um wachsen zu können.

„Dieses Visum kommt allerdings auch nur für wenige Bewerber infrage. Hier hat sich die Regierung mit der Edmund Hillary Fellowship zusammengetan, um Leute zu unterstützen, die in die Technologieszene Neuseelands passen. Man hat erkannt, dass Bürokratie nicht immer die richtige Messlatte ist. Bei diesem Visum zäumt man das Pferd im Gegensatz zur ,Entrepreneur Category‘ quasi von hinten auf“, erklärt Peter Hahn.

„Hier steht eine Idee im Vordergrund, die nach bestimmten Kriterien extrem erfolgversprechend scheint, jedoch noch in den Kinderschuhen steckt.“ Vergeben werden nur 100 Plätze pro Jahr an nationale wie internationale Kandidaten. Wer in die Hillary Fellowship aufgenommen wird, kann dann ein GIV beantragen und hierüber zunächst ein Arbeitsvisum bekommen.

„Der Fokus liegt ganz klar darauf, dass die Businessidee einen wirklichen Unterschied, einen ‚high impact’ für die Industrie und Herausforderungen für die Menschheit macht. Die Gesellschaft bringt so neue Talente mit wichtigen neuseeländischen Kontakten in Verbindung, um Technologie-Hubs zu kreieren“, schließt Peter Hahn. Davon können auch ausländische Bewerber profitieren.

Neuseeland ist zwar ein kleines Land, hat Innovation jedoch wahrlich im Blut. Von der neuesten Drohnentechnologie über spezielle elektrische Farmmotorräder bis hin zu Fitness-Trackern in Brillen, der weltführenden DJ-Sofware oder innovativem Gaming-Zubehör – Neuseeland ist „edgy“, innovativ und experimentell und liegt damit voll im Trend des internationalen Technologiefortschritts.

Einige Ausländer können auf dieser Welle mitreiten.

(Anja Schönborn)

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