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Geplante Luxus-Lodge am Lake Pukaki geht vor Gericht

Der Plan, eine riesige Lodge nahe dem Ostufer des Lake Pukaki auf der Südinsel zu errichten, wird nicht vom Gemeinderat der Queenstown Lakes entschieden, sondern direkt an den Umwelt-Gerichtshof verwiesen.

Hinter dem Projekt steht Ka Kit „Peter” Lee, ein Milliardär aus Hongkong, der mit diesem Schritt alles auf eine Karte setzt. Seine Blue Lake Investment Ltd hat den Bau einer 805-Quadratmeter-Lodge 40 Meter entfernt vom Ufer des Lake Pukaki beantragt.

Die Entscheidung des Gemeinderates, keine eigene Entscheidung zu treffen, sondern sie dem Umweltgericht zu überlassen, ist nichts Außergewöhnliches. Auch der Betreiber der Queenstown Gondola, Skyline Enterprises, wollte für 100 Millionen NZD ein mehrstöckiges Parkhaus an der Seilbahnstation bauen und wurde direkt an das Umweltgericht verwiesen.

Mit diesem Vorgehen können beide Seiten Zeit und Aufwand für die Beweiserstellung sparen; sie riskieren aber auch eine abschlägige Entscheidung, die sie nicht mehr revidieren können.

Für die Baupläne der Lodge, die auf der privaten Hill Station, aber auch auf staatlichem Land stehen soll, sieht es schlecht aus. Der Staat plant keinen Verkauf des Landes, so dass die Lodge ohnehin die Zustimmung der Krone bräuchte, um dort zu bauen.

Der Gemeinderat der Queenstown Lakes, unterstützt von der Umweltschutzorganisation Forest and Bird, hat eine Ablehnung der Pläne empfohlen, weil Bedenken bestehen, die Lodge würde den Charakter der Landschaft am Seeufer zu sehr verändern.

Die Lodge wäre das erste bewohnte Gebäude am Ostufer des Lake Pukaki. Das einzige andere Bauwerk auf dieser Seite ist die Pukaki Power Station, 9 Kilometer weiter südlich.

Ein privat genutztes Gebäude in einem Naturschutzgebiet an einem den Maori heiligen See zu errichten, das weithin sichtbar wäre und in einer ökologisch sehr verletzlichen Umgebung steht, trifft nicht auf Zustimmung – auch nicht bei den Menschen der Region, die sich darauf verlassen, dass der Gemeinderat den Mackenzie District schützt.

Die Blue Lake Ltd hat angeboten, im Ausgleich für eine Konzession einen Abschnitt des „Alps to Ocean“-Radwegs zu finanzieren, der nahe der geplanten Lodge verläuft. Ein 657 Hektar großer Teil des Geländes der Lodge soll an ein Naturschutzgebiet abgetreten werden. Außerdem wird ein Zehnjahresplan zum Austausch der nicht-einheimischen Bäume auf dem Bauland gegen einheimische Bäume angeboten.

Umweltschützer halten davon allerdings nicht viel. Die angebotenen Maßnahmen seien entweder bereits in der Umsetzung, auch ohne dass die Lodge gebaut würde, oder durch vertragliche Klauseln so verwässert, dass sie kaum Wirkung hätten.

Die Entscheidung des Umweltgerichts wird nun ein für alle Mal klären, ob die Luxus-Lodge am Ufer des Lake Pukaki gebaut werden darf – und sie wird wahrscheinlich als Präzedenzfall für weitere Bauprojekte dieser Art dienen. Die Entscheidung darf mit Spannung erwartet werden.

(Jenny Menzel)

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