Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

360° Kanada

Kennen Sie schon unser Schwester-Magazin 360° Kanada?
Mehr erfahren Sie hier:

 

Werbung

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Paket „An den Bauernhof am Ende einer langen Ausfahrt“ findet Besitzer

In Neuseeland hat die Post ein Päckchen zugestellt mit der Anschrift: „An Kay und Philip, auf einer Farm am Ende einer langen Ausfahrt mit Kühen, gegenüber der Kneipe in Cust oder zumindest in der Nähe“.

Dass die scheinbar unlösbare Aufgabe glückte, ist auch Facebook zu verdanken.

Normalerweise werden Briefe und Pakete, die nicht ordentlich adressiert sind, umgehend an den Absender zurückgeschickt. Das ist auch in Neuseeland nicht viel anders.

Doch das Päckchen, das in einem Servicezentrum im Dorf Cust rund 40 Autominuten außerhalb von Christchurch auf der Südinsel Neuseelands landete, erregte die Aufmerksamkeit der Servicemanagerin. Nicht zuletzt wegen der lustigen Adressbeschreibung...

Post-Zustellung über Facebook

„Ich konnte sehen, dass es von einem älteren Menschen geschrieben worden war und dachte mir, ich werde es einfach für ein paar Tage behalten, bevor ich es zurückschicke und schauen, ob ich herausfinden kann, wem es gehört", sagte Tammie McGrath der australischen Ausgabe des „Guardian“.

McGrath managt das Servicezentrum für den Ort mit seinen rund 450 Einwohnern und ist dabei auch für die Postauslieferung zuständig. Die Neuseeländerin stellte kurzerhand ein Foto des Päckchens auf Facebook und schrieb dazu: „Kennt ihr eine Kay und einen Philip in Cust? Bitte lasst es uns wissen, damit wir dieses Paket an seinen rechtmäßigen Besitzer zustellen können.“

Der Beitrag war ein voller Erfolg: Er wurde 2400 Mal geteilt und erhielt über 200 überwiegend positive und auch hilfreiche Kommentare.

Besitzer nach wenigen Stunden aufgefunden

Schon wenige Stunden, nachdem Tammie McGrath das Foto auf Facebook gepostet hatte, kam ein Mann ins Geschäft, der glaubte, der Besitzer zu sein. „Er gab mir seine Kontaktdetails und sagte, er heiße Philip, und obwohl er nicht gegenüber einer Kneipe wohne, wohne er an einer Straße, die nicht weit entfernt von einer sei“, sagte die Neuseeländerin.

Er habe ihr auch eine Karte mit einem Bild von seinem Grundstück gezeigt, auf dem ein Feld mit Kühen abgebildet war. Er selbst sei zwar nicht auf Facebook, aber Leute, die er kenne, hätten die Nachricht gesehen und ihn informiert.

Dass das Paket trotz der blumigen und wenig genauen Adresse zugestellt werden konnte, ist sicher nicht nur Facebook zu verdanken.

Von den knapp 4,7 Millionen Menschen in Neuseeland leben nur etwas über eine Million auf der Südinsel. An abgelegenen Orten wie den Marlborough Sounds gibt es Häuser, die nicht mal eine eigene Adresse haben und deren Bewohner sich vor allem beim Ausfüllen digitaler Formulare im Internet schwer tun.

In Neuseeland kennt man sich...

Außerdem scheinen sich in Neuseeland grundsätzlich viele Leute persönlich zu kennen. Dies machte vor kurzem erst ein Schulexperiment über die „Theorie der sechs Grade der Trennung“ deutlich. Diese Hypothese besagt, dass jeder Mensch auf der Welt mit jedem anderen über eine erstaunlich kurze Kette von Bekanntschaftsbeziehungen verbunden ist.

Bei dem Experiment landeten sage und schreibe 18 Briefe direkt bei der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern. Die Briefe durften dabei nur maximal fünf Hände passieren, die sich alle persönlich kennen mussten.

Bei diesen engen Beziehungen ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass Medien und Internetnutzer schnell herausfanden, wer der Absender des witzigen Pakets war. Es handelte sich tatsächlich – wie Tammie McGrath vermutet hatte – um eine ältere, fast blinde Dame in ihren Siebzigern, die mehrmals zusammen mit ihrer Schwiegertochter zum Abendessen bei Kay und Philip eingeladen gewesen war. Das Paket enthielt wohl Dankesgeschenke, darunter ein selbstgenähtes Geschirrtuch und eine Schürze.

In den zahlreichen Kommentaren zu dem Post berichteten auch andere über ihre eigenen Erfolgsgeschichten, darunter eine Internetnutzerin aus Balclutha, einem Ort an der Ostküste der Südinsel. Melanie Dalton schrieb, sie hätte vor Jahren auch einen obskur adressierten Brief bekommen: „An das alte Haus mit dem schönen Garten... gegenüber von der Straße mit der großen, weißen Ziege mit nur einem Horn".

(Barbara Barkhausen)

Goto Top