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Kontroverses Bier aus Waiheke

Eine kleine Brauerei auf Waiheke Island bei Auckland ist in Kritik geraten – weil sie eine ihrer Lager-Sorten auf einen missverständlichen Namen getauft hat.

Die Marke „Heke Beer“ wurde vor etwa einem Jahr auf den Markt gebracht und soll nach Aussage der Brauerei die Verbundenheit des Bieres mit seinem Herkunftsort, Waiheke Island, zeigen. Maori-Vertreter sind anderer Meinung: Sie fühlen sich von dem Namen an einen berühmten Kriegshäuptling der Nga Puhi erinnert.

Hone Heke war nicht nur innerhalb seines Stammes, sondern in ganz Neuseeland bekannt geworden – als Freiheitskämpfer für die Rechte der Ureinwohner, der maßgeblich am Ausbruch der Neuseeland-Kriege im Jahr 1845 beteiligt war.

Er hatte zu den ersten Häuptlingen gehört, die den Vertrag von Waitangi unterzeichnet hatten. Aus Enttäuschung über den Betrug fällte er in Kororareka (dem heutigen Russell, das damals noch Hauptstadt Neuseelands war) den Fahnenmast mitsamt der britischen Flagge, was als Akt der Rebellion interpretiert wurde. Als Hone Heke den Mast trotz Bewachung ein viertes Mal absägte, brach der Krieg zwischen Maori und Briten aus.

Hone Heke wurde nie besiegt, sondern schloss nach drei Jahren Kampf einen Waffenstillstand. Kurz darauf starb er in Kaikohe an Tuberkulose; um den genauen Ort seines Grabes ranken sich bis heute Gerüchte.

Die Nachfahren des großen Häuptlings empfinden es als Herabwürdigung von dessen Namen, dass dieser nun auf einer Bierdose erscheint. Die Zeiten des Kolonialismus in Neuseeland seien endgültig vorbei; die Stammesgeschichten und die Ehre der Maori müssten auch bei der Benennung einer Biersorte beachtet werden.

„Es gibt Dinge, die tut man einfach nicht“, argumentiert David Rankin, ein Urenkel von Hone Heke. „Ein Bier würde man auch nicht nach Hitler oder Jesus benennen.“

Bereits 2016 musste sich eine Aucklander Brauerei im Stadtteil Northshore bei den Angehörigen des Te Arawa-Stammes dafür entschuldigen, den Namen eines ihrer Vorfahren, Hinemoa, als Marke einer Biersorte verwendet zu haben. Aber die Brauerei auf Waiheke Island bleibt standhaft: Sie will ihr „Heke Beer“ sogar markenrechlich schützen lassen.

Mark Hindmarsh, Besitzer der Waiheke Brewing Company, ist sicher, dass die Biertrinker in Neuseeland keine Probleme haben, die Insel Waiheke und den Häuptling Heke auseinanderzuhalten. „Heke“ bedeute auf Maori „sprudeln“, und diese Verbindung zum klaren Wasser auf Waiheke Island sei mit dem Namen gemeint. Im Kleingedruckten steht auf der Verpackung: „Motu Wai Heke – die Insel des sprudelnden Wassers“.

Die Brauerei betont, sie wolle niemanden beleidigen oder respektlos erscheinen. Betreffs des Namens sei sogar ein Beratungskomitee aus Angehörigen der Te Runanga o Nga Puhi angehört worden und man habe um Erlaubnis für die Eintragung der Marke gebeten. Diese Erlaubnis wurde allerdings klar verweigert.

Doch nun ist das Bier auf dem Markt – am Ende werden vielleicht die Käuferzahlen darüber entscheiden, ob „Heke Beer“ in den Regalen bleibt. Das Bier ist nur auf Waiheke Island erhältlich. Prost!

(Jenny Menzel)

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