Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

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Sport am Straßenrand für Neuseelands neugierige Bergpapageien

Es hat seinen Grund, warum der Kea den Spitznamen „Clown der Alpen” trägt. Die frechen Vögel, die sich mit einem lauten, durchdringenden „Keee-a!“ ankündigen, und sind für jeden Schabernack zu haben.

Während andere berühmte neuseeländische Vögel wie der scheue Kiwi oder der träge Kakapo nicht so einfach in der Wildnis zu sehen sind, gehören Kea zu den wenigen wilden Tieren, die aktiv auf Menschen zugehen (ohne sie fressen zu wollen).

Kea sind die einzigen Papageien der Welt, die in einer alpinen Umgebung leben. Man findet sie ausschließlich auf Neuseelands Südinsel. Meist bewegen sie sich im Hochland und in Gebirgsregionen, obwohl die ausgezeichneten Flieger auch ab und zu an den Küsten angetroffen werden.

Besucher treffen den frechen Vogel meistens in den Skigebieten der Southern Alps, bei einem Zwischenstopp am Arthur’s Pass, an den Wanderhütten im Mount Aspiring National Park und auf vielen der Great Walks auf der Südinsel.

Kea sind nicht einfach wilde Tiere, sie zeigen echten Character und lieben es, mit den Menschen zu interagieren. Die Neuseeländer sind heute ziemlich stolz auf ihren Kea und betrachten ihn nicht mehr als Schafe mordenden Schädling wie ihre Vorfahren.

Obwohl der Kea nicht wie andere Papagei-Arten „sprechen“ kann, sprechen ihm Wissenschaftler die Intelligenz von vierjährigen Kindern zu und vergleichen sie mit der von Primaten. Kea können logische Rätsel lösen und erfreuen sich sichtlich an kniffligen Herausforderungen.

Ihre neugierige Natur bringt die smaragdgrünen Bergpapageien allerdings immer öfter in Schwierigkeiten. Kea sind berüchtigt dafür, alles zu kosten und zu testen, was nicht niet- und nagelfest ist. Das schließt Portemonnaies, Reisepässe und Lunch-Pakete ein. Sie können Zeltwände zerlöchern, Schnürsenkel aus Wanderstiefeln ziehen und die Gummidichtungen von Autotüren und Scheibenwischern knabbern.

Jäger und Wanderer haben Kea beobachtet, die gelernt hatten, Mülleimerdeckel und Schiebetüren zu öffnen. Ein Vogel hatte sich sogar darauf spezialisiert, jeden Tag ein Stück Feuerholz zu einer Hütte im Wald zu bringen, an die Tür zu klopfen und dann von den Wanderern im Austausch etwas zu essen zu bekommen.  

Um zu verhindern, dass die neugierigen und klugen Vögel zu viel Schaden anrichten oder selbst zu Schaden kommen, haben Umweltschützer jetzt „Sportanlagen“ für die Kea am Straßenrand aufgebaut.

Die Idee kam auf, nachdem sich Straßenbauarbeiter über ständig verschobene Pylone am Homer Tunnel ärgerten. Überwachungskameras zeigten, dass eine Gruppe Keas die orangeroten Kegel verschob.

Obwohl es denkbar ist, dass die Kea nur Spaß haben wollten, glauben einige Experten, dass sie die Pylone absichtlich auf die Straße geschoben hatten, um den Verkehr aufzuhalten und um Futter betteln zu können – was auch geschehen war.

Die Vögel wurden auf diese Weise zu einem veritablen Sicherheitsproblem. Die Sportanlagen, mit denen sie sich nun beschäftigen sollen, bestehen aus Leitern, Drehscheiben, Schaukeln und Kletterrahmen. Die Kea können die Anlagen benutzen oder auch auseinandernehmen – Hauptsache, sie verursachen keinen Schaden auf der Straße.

Die Anlage wird videoüberwacht, so dass Wissenschaftler der Universität von Canterbury das Verhalten der Kea beobachten und neue Wege entwickeln können, mit ihnen zu kommunizieren.

So frech und klug der Kea auch scheinen mag: Es gibt nur noch rund 5000 Vögel in der freien Natur Neuseelands, die Art gilt als bedroht und die Population wird stetig kleiner. Das wichtigste, was Touristen für den Schutz des Kea tun können: Bitte nicht füttern!

(Jenny Menzel)

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