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Die Geschichte der Te Anau Caves

Vor 70 Jahren wurden die Höhlen von Te Anau entdeckt – von zwei Unternehmern, die das Naturwunder zu einer der größten touristischen Attraktionen der Region machten.

Wilson Cameron Campbell und sein Freund Lawson Burrows waren leidenschaftliche Fans des Fiordland, schon lange bevor sie nach Te Anau zogen. In den 1930er-Jahren fuhren sie jeden Freitag auf der Schotterstraße von Gore nach Te Anau, um das Wochenende in dieser schönen Gegend zu verbringen.

Als der Zweite Weltkrieg begann, wurden beide Männer zur Air Force eingezogen, und als sie zurückkehrten, gründeten sie ein gemeinsames Geschäft. 1947 kauften sie ein kleines Boot, um Besuchern Ausflüge auf dem Lake Te Anau anzubieten. Das war der Beginn von Fiordland Travels.

In den nächsten Jahren bauten sie Anleger rund um den See und nahmen Gäste zu den Hidden Lakes mit, nahe dem Eingang zum South Fiord. Zugänglich nur per Boot, gefolgt von einem kurzen Weg durch den Wald, sieht man die Hidden Lakes sonst nur aus der Luft oder vom Gipfel des Mt Luxmore.

Campbell und Burrows hatten schon oft über die Bedeutung der Worte „Te Anau“ nachgedacht. Sie hörten verschiedene Geschichten, aber eine machte sie neugierig: Es könnte eine Verkürzung des Maori-Ausdrucks „Te Ana-au“ sein, was bedeutet: eine Höhle mit strudelndem Wasser. Selbst die ältesten Einwohner von Te Anau wussten aber nichts von einer Höhle.

Trotzdem suchten die beiden Freunde bei ihren Ausflügen um den See immer wieder nach einer Höhle. Im Mai 1948 entdeckte Burrows dann einen Bach (der heute Tunnel Burn heißt), der aus einer Höhle in den Murchison Mountains floss. Der Eingang war aber zu niedrig.

Burrows kehrte mit Campbell und einem anderen Freund zurück, um die Höhle weiter zu erforschen. Im Inneren fanden sie einen Wasserfall, der sich über eine steile Klippe ergoss. Als sie an der Seite des Wasserfalls hinaufkletterten und weiter in die Höhle eindrangen, stolperten sie in eine große Kaverne hinein, deren Wände und Decke von Millionen von „glow-worms“ glitzerten. Ihr Licht spiegelte sich in einem 12 Meter breiten Teich am Boden der Höhle.

Was folgte, war harte Arbeit, um die Höhle als kommerzielles Angebot zu erschließen und die faszinierende Entdeckung zahlenden Gästen zu präsentieren. Als erstes musste dafür der Zugang zur Höhle erleichtert werden.

Anfangs kletterten Besucher noch an einem Seil zum Eingang hinab und rutschten, auf einem Brett liegend, hinein. Später fanden Campbell und Burrows einen zugewachsenen Graben, der als Zugang erweitert wurde.

Mit Hilfe der staatlichen Straßenbaubehörde wurde der Eingang weiter gesprengt und um etwa 60 cm erhöht. Nun musste man sich zwar immer noch bücken, aber der Zugang war wesentlich einfacher geworden.

In den späteren Jahren staute man den Wasserlauf im unteren Teil der Höhle an, so dass ein flaches Boot Touristen auf dem Bach zum Wasserfall bringen konnte. Eine Leiter am Wasserfall wurde installiert, man baute Wege und Brücken und richtete elektrische Beleuchtung ein. Draußen wurde eine Brücke über den Tunnel Burn gebaut und ein Anleger für die Boote, in denen Touristen aus Te Anau kamen.

Jeder, der die Glowworm Caves in Te Anau betritt, muss sich vor den Göttern der Unterwelt verbeugen. Dabei kann man auch gleich die Männer ehren, die in monatelanger harter Arbeit den Eingang der Höhle so gut zugänglich gemacht haben, dass heute jeden Tag hunderte Menschen jeden Alters und jeder Kondition herkommen können.

Ihre Fahrten zu den Hidden Lakes stellten Campbell und Burrows ein, nachdem sie die Glowworm Caves entdeckt hatten. Es geht aber die Legende, dass das alte Ausflugsboot der beiden noch immer am Ufer der versteckten Seen liegen würde.

Nach der Entdeckung der Glowworm Caves wuchs Fiordland Travels, bis das Unternehmen 1965 von Les Hutchins aufgekauft wurde, der es mit seiner Manapouri Doubtful Sound Tourist Company zusammenlegte und Real Journeys entstehen ließ – heute das größte neuseeländische Reiseunternehmen in Familienbesitz.

Das Erbe von Fiordland Travels wird von zwei unabhängigen Vertragspartnern weitergeführt, die Touristen zu den Hidden Lakes bringen.

(Jenny Menzel)

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