Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

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Wie geht es der Natur in Kaikoura nach dem Erdbeben?

Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit die Erde rund um Kaikoura an der Ostküste von Neuseelands Südinsel gebebt hat. Die Erdstöße richteten große Schäden an – vor allem der Küstenstreifen rund um das ehemalige Fischerdorf, das heute der beliebteste Ort zum Whale Watching ist, wurde hart getroffen.

Während kaum Menschen zu Schaden kamen, sahen die Auswirkungen für die Tiere und Pflanzen an Kaikouras Küste anders aus.

Da der Meeresboden zum Teil um mehrere Meter angehoben wurde, saßen zehntausende Meerestiere wie Muscheln, Seeschnecken und die berühmten Langusten auf dem Trockenen – und konnten trotz des Einsatzes freiwilliger Helfer nicht gerettet werden.

Ein Jahr nach dem Erdbeben sind die meisten Naturschutzgebiete rund um Kaikoura wieder öffentlich zugänglich. Nur wenige bleiben noch gesperrt, weil sie unsicher, unzugänglich oder unter Reparatur sind.

Durch Erdrutsche, Felsstürze und aufgerissene Spalten wurden auch viele Wanderwege und Hütten in Mitleidenschaft gezogen. Viel gravierender waren aber die Zerstörungen der Lebensräume seltener Arten und ganzer Ökosysteme.

Das südliche Marlborough beherbergt eine ganze Reihe seltener und endemischer Arten, die nur hier leben. Viele Pflanzenarten, deren Lebensraum durch das Erdbeben zerstört wurde, brauchen Zeit, um sich an neuen Stellen anzusiedeln oder wieder auszubreiten. Dabei müssen sie vor hungrigen Ziegen und Unkräutern geschützt werden.

Am dringendsten Hilfe benötigt das Ohau-Felsgänseblümchen – es kommt nur an diesem speziellen Felsen vor und wurde durch die Erdrutsche im November 2016 auf 80 bis 100 Exemplare reduziert. Felskletterer bargen die Samen von sechs Pflanzen, die in einer Baumschule nahe Nelson erfolgreich nachgezüchtet wurden. Im Herbst 2017 wurden 200 neue Pflanzen wieder angesiedelt.

Der gesamte Umfang der Auswirkungen des Erdbebens auf die Natur sei immer noch nicht bekannt, berichtete das DOC in seinem Zustandsbericht im November 2017. Trotz beunruhigender Zerstörungen an ihren Brutplätzen wurden weiterhin große Zahlen an Neuseeländischen Seebären und Hutton-Sturmtauchern gesichtet – eine Vogelart, die in den Dünen brütet und deren Ausrottung nach dem Beben befürchtet worden war. Mit viel Glück wurden wohl nur geschätzte zehn Prozent der Nester und Gelege zerstört.

Die Zerstörung des Seebären-Kindergartens am Ohau Point kam zu einem vergleichsweise günstigen Zeitpunkt, als noch kaum Jungtiere geboren worden waren. Viele Seebären sind seitdem weiter nach Norden gezogen, aber eine beachtliche Zahl bleibt dem Ohau Point treu. Bei den Straßenarbeiten nach dem Erdbeben am SH 1 kamen spezielle Teams zum Einsatz, die sich darauf konzentrierten, die Seebären von den Arbeitern und den Gefahrenstellen fernzuhalten.

Am wichtigsten für die Einwohner von Kaikoura und von ganz Neuseeland war aber die Wirkung des Bebens auf die Wale und Delfine, die das ganze Jahr über in großer Zahl zum Tiefseegraben vor Kaikouras Küste kommen. Zur immensen Erleichterung aller sind die Pottwale und Dusky-Delfine unbeeindruckt zurückgekehrt, Robben und Albatrosse sind nach wie vor zu sehen.

(Jenny Menzel)

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