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Drastische Änderungen für Touristen am Aoraki/Mount Cook geplant

Im Jahr 2017 verzeichnete das Besucherzentrum am Aoraki/Mount Cook fast eine Million Touristen. Der höchste Berg Neuseelands, obwohl schwer zugänglich am Ende einer 50 Kilometer langen Sackgasse, erfreut sich zunehmender Beliebtheit.

Nicht nur Alpinisten fühlen sich von den hervorragenden Klettermöglichkeiten in den Southern Alps herausgefordert; kürzere und einfachere Tracks in die Bergtäler und zu den Gletschern der umliegenden Dreitausender gleichen in der Hauptsaison regelrechten Ameisenstraßen.

Die aus Instagram und Broschüren bekannte Hängebrücke auf dem beliebten Hooker Valley Track wird dann täglich von 1.000 Menschen überquert. Und in den nächsten Jahren wird mindestens eine Verdoppelung der Besucherzahlen prognostiziert.

Das Department of Conservation (DOC) hat nun eine Reihe von drastischen Maßnahmen vorgestellt, mit denen die empfindliche Natur am Aoraki/Mount Cook vor den wachsenden Besucherzahlen geschützt werden soll.

Zu den umstrittensten Vorschlägen gehört ein komplettes Einfahrverbot für private Fahrzeuge jeglicher Art im gesamten Gebiet; wenigstens aber in der Hochsaison und für Tagesbesucher. Bereits jetzt ist der Nationalpark zwischen Dezember und Februar am Rand seiner Kapazitäten für den Autoverkehr. Einen Anschluss an eine Bahnlinie oder Fernbusstrecke gibt es nicht.

Besucher sollen stattdessen ein „Park and Ride“-System nutzen. Auf diese Weise könnte effektiv kontrolliert werden, wie viele Besucher in den Nationalpark kommen. Als Shuttles zu den einzelnen Wanderwegen und in das kleine Dorf Aoraki/Mount Cook Village sind Elektro-Busse oder E-Bikes im Gespräch.

Neben dem „Park and Ride“-Service sollen auch neue Radwege parallel zum Highway angelegt werden, um den Menschen einen Anreiz zu geben, aus dem Auto auszusteigen. Der Hooker Valley Track, auf dem sowieso die meisten Wanderer in einer Richtung laufen, wird dann ein Einbahnstraßen-Rundweg.

In Nationalparks in anderen Ländern sind „Park and Ride“-Systeme verbreitete Methoden, und im Aoraki/Mount Cook scheint dies über kurz oder lang unvermeidlich zu werden. „Wir können nicht immer mehr Parkplätze bauen“, sagte Brent Swanson, Direktor des DOC.

Datenerhebungen aus der vergangenen Saison zeigten, dass fast zwei Drittel der Park-Besucher ausländische Touristen waren. Ihre Zahlen steigen rasch, allein vom Jahr davor waren sie um fast 20 Prozent gestiegen. Deshalb wird es in Zukunft auch keine weiteren Lizenzen für die Errichtung neuer Unterkünfte im Aoraki/Mount Cook Village geben.

Ein weiteres Sorgenkind für die Parkverwaltung ist der Klimawandel. Bis zum Jahr 2050 wird Aoraki/Mount Cook nach Prognosen weitere 30 Prozent seiner Schnee- und Eismassen verlieren. Damit ist der Berg bald nur noch mit Flugzeugen oder Helikoptern zu erreichen, die in Zukunft als Verkehrsmittel an Bedeutung gewinnen werden. Damit steigen aber auch Probleme mit zunehmender Lärmbelastung, die in anderen Nationalparks bereits heftig diskutiert werden.

(Jenny Menzel)

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