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Fakten, Zahlen, Statistiken: Neuseelands Einwanderungsentwicklung im Überblick

Nach einigen Veränderungen in der Immigrationspolitik zeigen die neuesten Zahlen nun deutlich, dass sich die Netto-Migration in Neuseeland etwas entspannt. Die Zahlen der Einwanderer und Work-Visa-Halter sind rückläufig, jedoch im Vergleich zu anderen Ländern immer noch hoch.

Die neuesten Statistiken der neuseeländischen Behörden zeigen genau, wo deutsche Einwanderer im Weltvergleich stehen und dass Aotearoa immer noch beliebt ist.

Das statistische neuseeländische Jahr wird stets von Juni bis Juni gemessen. Nun wurden von „Statistics New Zealand“ wieder die neuesten Zahlen veröffentlicht. Ein besonderes Augenmerk liegt seit einigen Jahren auf den Netto-Migrationszahlen. Ermittelt wird hier die Differenz aus Neumigranten und Zurückkehrern mit der Zahl der Bürger, die Neuseeland verlassen.

Nettomigration 2018

So wurden 129 000 Menschen im vergangenen Jahr registriert, die beispielsweise mit Work Visa oder Residence Visa ins Land kamen. 65 200 reisten aus, was eine Netto-Migration von 63 800 ergibt. Im Jahr zuvor waren es noch 72400.

„Der Rückgang erklärt sich ganz klar aus den teils verschärften Einwanderungsbestimmungen und der strikteren Handhabung bestehender Richtlinien“, erklärt der langjährige Einwanderungsberater aus Wellington, Peter Hahn, den Rückgang der Einwanderer.

Einwanderung im Ländervergleich

„Interessant dazu ist es, sich die Einwanderungszahlen pro Kopf der Bevölkerung im Weltvergleich anzusehen.“ Verglichen wird in der Tabelle jeweils die Netto-Migration in verschiedenen Ländern, auf 1000 Bürger gemessen.

„Während die USA und Großbritannien über die Zeitspanne von rund 16 Jahren ziemlich konstante Einwanderungszahlen haben, schwankt die Netto-Migration in Neuseeland extrem“, liest Peter Hahn aus den Tabellen.

„Auch Deutschland hat stets eine recht konstante Netto-Migration, also eine latente Präsenz von Einwanderern.
Allerdings gab es zu Beginn der Flüchtlingskrise 2015 einen deutlichen Zuwachs von 6,8 auf 13,9 Migranten pro 1000 Einwohner. Neuseeland liegt im Durchschnitt seit rund vier Jahren auf diesem hohen Niveau. Und die Stimmung in der Bevölkerung ist trotz der vielen Einwanderer immer noch gut.

Das ist in meinen Augen ein deutliches Zeichen der Toleranz der Neuseeländer; die ausgewählten Migranten sind sehr anpassungsfähig und die Einwanderungspolitik grundsätzlich erfolgreich“, erklärt der Neuseeland-Experte.

Im Vergleich zu den USA und Irland oder England sind Australien und Neuseeland typische Migrationsländer mit einer nahezu viermal so hohen Netto-Migration. „Man kann ganz klar sagen, dass sich Neuseeland von der bi-kulturellen Gesellschaft aus Maori und Siedlern zu einer multikulturellen Gesellschaft entwickelt hat.“

Immigrationshistorie

Neuseeland war schon immer ein Einwanderungsland. Selbst Maori sind strenggenommen Einwanderer von den polynesischen Inseln. Sie haben Neuseeland nachweislich erstmals vor rund 800 Jahren besiedelt. Die ersten Europäer kamen im Dezember 1642 mit dem Holländer Abel Tasman.

Erst der Brite James Cook und seine Mannschaft von Wissenschaftlern und Seeleuten entdeckten Neuseeland im Juli 1769 wieder, erforschten und kartographierten das Land. In den folgenden 100 Jahren ließen sich einige wenige Abenteurer und Missionare nieder. Erst ab etwa 1850 kann man aber von einer nennenswerten Besiedlung durch Europäer reden.

Seit 1987 gilt ein Einwanderungsrecht, das nicht mehr nach den verschiedenen Herkunftsländern differenziert. Gleichgültig, ob man aus China, England oder Deutschland kommt – die Einwanderungsbedingungen sind dieselben. Nur Australier und Polynesier werden bevorzugt behandelt.

Einwanderung nach Visa-Typ

Interessant an der neu veröffentlichten Statistik sind die Daten, aus welchen Ländern die Bewerber mit welchen Visatypen nach Neuseeland gelangen.

Auch hier spielt Deutschland im Ländervergleich keine unbedeutende Rolle. Rund 4000 Deutsche ziehen jährlich nach Neuseeland und bleiben dort mindestens zwölf Monate.

„Sieht man sich die Statistik genauer an, gibt es allerdings im Weltvergleich weniger deutsche ,Permanent Residents‘. Einwanderer mit einem Residence Visa haben eine lebenslange Daueraufenthalts- und Arbeitserlaubnis. Diese Liste der ,Permanent Residents‘ führt seit einiger Zeit ganz klar China an“, weiß der Immigrationsberater.

„Auch bei den Student Visa sind Deutsche nicht in so großer Vielzahl vertreten. Die meisten ausländischen Studenten in Neuseeland stammen aus Indien, China und von den Philippinen. Allerdings steht Deutschland auf der Auswertung der Zuwanderer mit Arbeitsvisum an dritter Stelle hinter Großbritannien und Frankreich.

Ganz klar, in der Kategorie der Work Visa spielen die zahlreichen jungen Work-and-Traveller aus Deutschland, die ein Jahr hier im Land leben und arbeiten dürfen, eine bedeutende Rolle. Von rund 70 000 genehmigten Visa 2016/2017 waren über 15 000 allein aus Deutschland. Das sind 21,6 Prozent. Frankreich hat Deutschland den zweiten Platz in der Tabelle der Work-Visa-Migranten erst seit 2016 abgerungen.“

Ein weiterer interessanter Trend zeigt sich im Alltag des deutschen Einwandererberaters. „Viele meiner Kunden sind heute Investoren, wo früher eher Handwerker den Schritt nach Neuseeland gehen wollten. Finanzkräftige Einwanderer aus Deutschland, die über die sogenannte Investor-Kategorie nach Neuseeland auswandern wollen, haben in den letzten Jahren wirklich zugenommen“, stellt Peter Hahn fest.

Das Fazit der neuen Einwanderungsstatistik ist nicht allzu überraschend. Nach dem Einwanderungshoch der vergangenen Jahre und dem Druck auf die Politik hat Neuseelands Regierung nun gehandelt und wählt jetzt Einwanderer noch einmal nach strengeren Kriterien aus.

Weniger qualifizierte Bewerber stammen häufig aus Ländern wie China oder Indien und haben jetzt auch geringere Chancen einzuwandern. Die Quote dieser Bewerber geht derzeit drastisch zurück.

„Für meine deutschen Kunden hat sich meist jedoch nicht viel verändert. Ihr Anteil wird aufgrund der meist guten Qualifikationen der Bewerber auch in den kommenden Jahren recht konstant bleiben“, ist Peter Hahn zuversichtlich.

(Anja Schönborn)

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