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Wird die Baldwin Street für Touristen gesperrt?

Anwohner der steilsten Straße der Welt in Dunedin fordern den Stadtrat auf, Touristen die Zufahrt zur Baldwin Street zur verbieten. Sie sind zunehmend verärgert über die schiere Zahl an Besuchern, die jeden Tag hier vorbeikommt und für ein Urlaubsfoto die schmale Straße hinauf- und hinabfahren.

Ihr Wunsch: Die Baldwin Street, die auf ihrem steilsten Abschnitt ein Gefälle von 35 Prozent hat, soll in Zukunft nur noch für Anwohner befahrbar sein.

Als einer der bekanntesten Orte in Dunedin ist die Baldwin Street im Stadtteil North East Valley täglich das Ziel von zahlreichen Touristen. Instagram und Facebook haben die Straße weltweit bekannt gemacht, und nun möchte jeder die verrückten Schnappschüsse der „schiefen Häuser“ selbst nachstellen.

Ein Besuch in der Baldwin Street zeigt vor allem in der Sommersaison chaotische Szenen: Taxis, Tourbusse und Mietfahrzeuge fahren in Kolonnen die steile Straße hinauf – und bleiben ganz oben stecken.

Ganz abgesehen vom starken Verkehr auf ihrer Straße beschweren sich Anwohner darüber, dass Besucher ungefragt in privaten Zufahrten parken, beim Rangieren ihre Zäune beschädigen und gefährliche Situationen heraufbeschwören, indem sie sich für Schnappschüsse mitten auf die Straße setzen oder legen.

Auf einem öffentlichen Treffen wurden all diese Beschwerden von den erregten Bürgern dem Stadtrat von Dunedin vorgetragen. Schilder, die das Hineinfahren in die Baldwin Street nur für Anwohner erlauben, sollen nach dem Willen der Verwaltung auch in Zukunft nicht aufgestellt werden. Auch ein generelles Zufahrtsverbot für Campervans wollte der Stadtrat nicht diskutieren.

Stattdessen sollen zwei Einbahnstraßen-Abschnitte mit verbreiterten Fußwegen auf der Baldwin Street eingerichtet werden. Außerdem soll ein „Bumper“ oder eine Verkehrsinsel installiert werden, der das Tempo des Verkehrs auf dem steilsten Abschnitt der Straße reduziert.

Die Anwohner sind mit diesen Vorschlägen nicht zufrieden. Dies würde nämlich für sie bedeuten, dass sie ihre eigenen Autos nicht mehr auf der Straße vor ihren Häusern parken könnten. Auch für Servicefahrzeuge und Krankenwagen würde die Zufahrt dann schwieriger werden.

Nach einer Lösung, die sowohl für genervte Anwohner als auch für neugierige Touristen akzeptabel ist, wird in Dunedin wohl noch weitere Zeit gesucht. Bis dahin sollten sich Besucher verantwortungsvoll verhalten und Rücksicht darauf nehmen, dass in der Baldwin Street ganz normale Menschen leben. Anstatt mit Bussen und Wohnmobilen nur zum Spaß hier hinaufzufahren, genügt vielleicht eine dezente Stippvisite zu Fuß? Immerhin wartet für alle, die das schaffen, am oberen Ende der Straße ein Trinkbrunnen.

Währenddessen schickt sich ein Dorf in England an, der Baldwin Street ihren vom Guinness-Buch der Rekorde anerkannten Titel der steilsten Straße der Welt streitig zu machen: Die Fford Pen Llech in Harlech weist ein Gefälle von 40 Prozent auf und ist damit deutlich steiler als die Baldwin Street in Dunedin.

(Jenny Menzel)

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