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Elektro-Roller sind der neue Hit in Neuseeland

Wer Ende September 2018 in Neuseeland unterwegs war, der hat sie bereits gesehen: Scharen von knuffigen kleinen Elektro-Scootern flitzen über die Straßen der beiden größten Städte. In Christchurch und Auckland haben hunderte brandneue, weiß-grüne Roller ihr Dasein als Mietfahrzeuge angetreten. Und sie erobern die Herzen von Anwohnern und Touristen im Sturm.

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 27 km/h erreichen die kleinen Flitzer fast das Tempolimit der Innenstadtbereiche. Daher müssen Rollerfahrer und -fahrerinnen auch 18 Jahre alt sein.

Weil die Gefährte aber nicht als „richtige“ Fahrzeuge klassifiert werden, darf man sie auch auf Fußwegen fahren; und man braucht, anders als für Fahrräder, in Neuseeland dabei keinen Helm zu tragen.

Die Firma Lime aus dem US-Bundesstaat Kalifornien betreibt seit Mitte September 2018 in Christchurch 700 Leih-Roller, zunächst für eine Testphase von drei Monaten. In Auckland bekam das Bike-Sharing-Unternehmen die Erlaubnis für den Betrieb von 1.000 Elektro-Rollern. Sollte der Versuchsdurchlauf in Christchurch das Wohlwollen des Stadtrats bekommen, will Lime die Zahl der Roller dort auf 1.400 verdoppeln.

Wie leiht man so einen E-Roller?

Die flinken Scooter, die mit Elektromotoren betrieben werden, können über eine App gemietet werden. Der Grundpreis liegt bei 1 NZD, dazu kommen 30 Cent pro gefahrener Minute (was dann auf 18 NZD pro Stunde hinauskommt). Über die App kann man die Roller finden, freischalten und bezahlen.

Das System funktioniert ohne Docking-Stationen: Will man seinen Roller nicht mehr benutzen, kann man ihn innerhalb einer bestimmten Zone überall stehenlassen. Die Scooter haben eine maximale Reichweite von 48 km, danach ist der Strom alle.

Einige Zonen sind vom Gebrauch allerdings ausgeschlossen: Dazu gehören überraschenderweise Fahrradwege, die direkt an oder auf Straßen verlaufen. Auf Fußwegen und getrennten Radwegen dürfen die E-Roller fahren.

Der Stadtrat von Christchurch sammelt derweil Daten zur Unfallwahrscheinlichkeit der Elektro-Flitzer.

Die Firma Lime betreibt ihre E-Leihfahrzeuge derzeit an über 80 Orten weltweit. Ihr Netzwerk aus E-Bikes, E-Rollern und klassischen Fahrrädern hat angeblich bereits mehr als sechs Millionen Fahrten inspiriert – von Menschen, die ansonsten vielleicht das Auto genommen hätten.

In den 14 Monaten nach ihrer Gründung hat Lime schon 467 Millionen US-Dollar an Investitionen eingesammelt, darunter von Google Ventures und der Sharing-Firma Uber.

Ein Leihfahrrad-System wird es zumindest in Christchurch auf absehbare Zeit nicht geben. Der Stadtrat zog sich aus einem angekündigten Deal mit dem chinesischen Unternehmen Mobike zurück, während der Sharing-Versuch Christchurch Bike Share die vereinbarten Ziele nicht erfüllen konnte und vor einigen Wochen seine Leih-Fahrräder wieder eingesammelt hat.

Vielleicht sind E-Roller in Neuseeland demnächst ein ganz normaler Anblick; Fahrräder wird man weiterhin selten auf den Straßen der Innenstädte sehen.

(Jenny Menzel)

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