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Gute Nachricht für Einwanderer: neuseeländische Arbeitslosigkeit auf Rekordtief

Viele Menschen finden derzeit Arbeit in Neuseeland. Die Wirtschaft boomt und von den unterschiedlichsten Unternehmen werden immer mehr Jobs geschaffen. Nach Veröffentlichung der neusten Statistik ist in Neuseeland die Arbeitslosigkeit auf ein Rekordtief von 3,9 Prozent gefallen. Seit zehn Jahren gab es nicht mehr so wenige Arbeitslose wie derzeit. Für etwaige Einwanderungsinteressierte eine gute Voraussetzung bei der Jobsuche.

„Die Zahlen fielen wesentlich besser aus als erwartet“, erklärte Jason Attewell, Senior Manager von Statistics New Zealand. „Der Markt unter der Labour-Regierung ist nicht nur stark, sondern erfährt guten Zuwachs im Jahr 2018. Zudem nimmt die Bevölkerung in den Regionen zu. Insgesamt werden mehr Jobs inseriert und die starke Einwanderung sowie der rege Tourismus verschaffen dem Handel größere Umsätze und mehr Exporte.“

Laut der neuesten Statistik fiel die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen drei Monaten bis Ende September 2018 um 13 000 auf 109 000 Menschen ohne Beschäftigung. Rund 29 000 neue Arbeitsstellen konnten geschaffen werden, nahezu ein neuer Rekord. Vor allem die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen und Frauen fiel drastisch.

Besonders gute Beschäftigung herrscht derzeit in Taranaki, der Hawke’s Bay und in Otago. Hier wurden rund doppelt so viele Menschen eingestellt wie in den größeren Städten Neuseelands. Auch die Gehälter stiegen um rund 1,9 Prozent an. Die Branchen mit dem größten Arbeitskräftezuwachs waren der Bau- und Einzelhandelssektor sowie die Gesundheitsmarkt und die Freizeitindustrie.

„In Neuseeland spricht man jetzt bei nur 3,9 Prozent Arbeitslosigkeit schon nahezu von Vollbeschäftigung. Die noch verbleibenden Arbeitslosen sind vor allem Langzeitarbeitslose und viele Arbeitsunfähige“, erklärt der Immigrationsberater Peter Hahn aus Wellington. „Gleichzeit gehen täglich Meldungen durch die Medien, dass viele Industriezweige händeringend nach Angestellten suchen. Diese Kombination ist natürlich grundsätzlich eine gute Voraussetzung für unsere Kunden, die sich in Neuseeland auf Arbeitssuche begeben wollen“, weiß der Neuseeland-Experte.

Auf der anderen Seite ist derzeit die Einwanderung aufgrund geänderter Bestimmungen und strengerer Umsetzung der Richtlinien so schwer wie nie. Vor allem Work-Visa-Anträge müssen mit riesigem Aufwand betrieben werden. „Die Labour-Regierung möchte soweit wie möglich ohne Migranten auf dem Arbeitsmarkt auskommen. Auf der anderen Seite stehen die Firmen, die klagen, dass es nicht genügend Neuseeländer gebe, welche die offenen Stellen füllen können“, spiegelt Peter Hahn die momentane Situation wider.

So auch im Bereich der Pflegekräfte. Das Ministry of Social Development schloss bereits eine Partnerschaft mit der Recruiting-Firma „Medcall“, um 160 Kräfte im Bereich der Altenpflege aus- und fortzubilden. Es fehlen dennoch über 20 Prozent Personal in dieser Branche jedes Jahr, so ein Bericht in den neuseeländischen Medien. „In Neuseeland leben 85 000 Menschen über 85 Jahre. In 20 Jahren wird diese Zahl locker auf 220 000 ansteigen. Wir haben einfach zu wenige Pflegekräfte, Schwestern und Helfer“, macht Simon Wallace, „Aged Care Association“-Vorstandschef, klar.

Peter Hahns Kunden könnten Abhilfe schaffen, doch so einfach ist die Bewältigung der Lage nicht. „Wir haben immer wieder Kunden, die im Gesundheitsbereich arbeiten, also einer der Branchen, die wirklich dringend Leute sucht. Das heißt allerdings nicht automatisch, dass die Jobsuche in Neuseeland für solche ausländischen Bewerber einfach ist“, warnt der der Immigrationsberater vor dem schnellen Rückschluss.

Physiotherapeuten und Altenpfleger benötigen beispielsweise in Neuseeland in der Regel einen Bachelor-Abschluss, um die Berufszulassung zu erhalten, die in solchen Berufen nötig ist, bevor man überhaupt arbeiten darf. Außerdem werden in den Berufszulassungsverfahren sehr gute Englischkenntnisse verlangt, die viele Nicht-Muttersprachler nicht nachweisen können. Die Ausbildung und die Berufspraxis sind in diesen Berufen in Deutschland anders als in Neuseeland.

Wer also nur den Arbeitsmarkt sieht und zu optimistisch an die Sache herangeht, sich nicht gut informiert und vorbereitet, kann leicht scheitern“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Man muss die Arbeitsplatzsuche und die Beantragung von Work Visa derzeit sehr strategisch planen, gezielt angehen und um die Stolpersteine wissen.

Allerdings ist es auch nicht unmöglich. Ein Umweg wäre es z. B., ein Bachelor-Studium hier in Neuseeland im Bereich Physiotherapie auf die bisherige Ausbildung aufzusetzen. Man findet immer einen Weg, um sich den Bestimmungen anzupassen. Derzeit ist der Aufwand nur wesentlich größer als noch vor ein paar Jahren!“

Der langjährige Einwanderungsberater erwartet dennoch, dass langfristig die Beantragung – zumindest des „Residence Visa“ – wieder etwas einfacher werden könnte: „Momentan sind die Punkte, die man benötigt, schon sehr hoch. Dadurch ist die Zahl der Einwanderer, wie prognostiziert, deutlich zurückgegangen. Es könnte also gut möglich sein, dass die Regierung wieder ein bisschen nachbessert und eventuell die Anzahl der geforderten Punkte für einen „Residence“-Antrag, die uneingeschränkte Aufenthaltserlaubnis, wieder leicht senken wird.“

Bei den „Work Visa“-Anträgen sind die Prognosen jedoch nicht allzu rosig: „Die Labour-Regierung hat hier grundsätzlich festgelegt, dass man langfristig Lösungen für den Arbeitsmarkt finden müsse, wie z. B. eigene Leute auszubilden, um nicht auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen zu sein. Allerdings spricht man schon seit rund 25 Jahren von solchen Vorhaben und viel passiert ist seither nicht“, kommentiert Peter Hahn die Lage.

„Wer nach Neuseeland auswandern möchte, der muss ganz individuell eine Strategie entwickeln. Je nach Berufsbild sind die Aussichten besser oder schlechter. In jedem Fall sind diese Verfahren heute mit größerem Aufwand verbunden – aber dennoch nicht unmöglich!“

(Anja Schönborn)

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