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Maori-Felsrelief am Lake Taupo bekommt Facelift

Am 6. Februar 2019 wird Neuseelands Meister-Steinmetz Matahi Brightwell den Meißel erneut in die Hand nehmen. Sein Meisterwerk, das Felsrelief über dem Wasser des Lake Taupo, braucht dringend eine Schönheitsbehandlung.

Es ist fast 40 Jahre her, dass Brightwell die Arbeit an seinem Werk beendet hat. Das 14 Meter hohe Relief zeigt das Gesicht seines Vorfahren Ngatoroirangi. Neben dem großen, stilisierten Gesicht befinden sich auf Höhe des Seewassers mehrere kleine Repräsentationen von wichtigen „tupuna“ (Vorfahren) und „kaitiaki“ (Wächtern) des örtlichen Maori-Stamms.

Vor etwa 43 Jahren war Brightwell von seiner Großmutter nach Taupo geschickt worden, um ein Maori-Totem (ein „po whenua“) zu schaffen. Damit sollte er einen Anspruch seiner Familie auf umstrittenes Land ihrer Vorfahren festigen. Während er sein Kanu um die Landspitze von Whakamoenga Point paddelte, gelangte Brightwell an eine Felswand.

Hier hatte er die Vision des Gesichts von Ngatoroirangi, dem legendären Navigator und Priester des Kanus Te Arawa. Auf diesem waren die Vorväter von Brightwell nach Neuseeland gekommen.

Damals gab es über Brightwells Arbeit gehörigen Streit: Sowohl Pakeha als auch lokale Maori sprachen sich gegen das Projekt aus. Brightwell beschäftigte das so sehr, dass er seinem Vorfahren zunächst keine Augen meißelte; Ngatoroirangi blieb blind. Er sollte all die schlimmen Worte und Drohungen nicht miterleben, während er geschaffen wurde.

40 Jahre später lebt Brightwell mit über 70 Jahren immer noch in Taupo und ist als Künstler tätig. Er wird zunächst Reparaturen an den kleineren Skulpturen ausführen. Von einer ist ein Stück Felsen im Gesichtsbereich abgebrochen, das soll neu gemeißelt werden.

Die Arbeiten werden nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, im Gegenteil: Matahi Brightwell freut sich über Besucher, während er sein Facelift ausführt. Er sieht das als Möglichkeit, direct an Ort und Stelle einen Steinmetz-Kurs für Interessierte anzubieten. In der Kultur der Maori ist es üblich, bei solchen Gelegenheiten eine kleine Spende oder ein Geschenk („koha“) für den Künstler dazulassen. Auch die i-Site in Taupo nimmt Spenden entgegen.

Trotz seines Alters will sich Matahi Brightwell noch lange nicht zur Ruhe setzen. Drei große Projekte sind in Arbeit und sollen die Reliefs in der Mine Bay vervollständigen. Die neuen Arbeiten sollen Brightwells persönliche Geschichte und seine Heimat im großen Schema der polynesischen Entdeckungen im Pazifik ehren. Eine Skulptur zeigt das doppelrümpfige Kanu “Hawaiki-Nui”, mit dem Brightwell im Jahr 1985 von Tahiti nach Neuseeland segelte.

Die zweite stellt einen Fregattvogel dar, der den polynesischen Seefahrern als Kundschafter diente. Die Inspiration für die besondere Form der Skulptur ist die Seekarte von Tupaia, die der tahitische Navigator für Captain Cook gezeichnet hatte. Auf ihr scheint sich ein mythisches Wesen über die Konstellationen der Inseln zu erstrecken.

Als drittes erscheint Maui, der Halbgott der Maori, der die Nordinsel „Te Ika A Maui“ an seinem Angelhaken aus dem Meer zog.

Die Schnitzereien sind in Holz ausgeführt, sollen aber in Bronze gegossen werden. Brightwell hat dafür ganz praktische Gründe: “Totara-Holz ist sehr selten, also habe ich mich nach anderen Materialien umgeschaut. Da gibt es Stein und Bronze. Ich folge hier einfach dem Rat meiner Lehrer. Dass meine Werke in Bronze gegossen werden, ist für mich der letzte Ausdruck meiner Kunst, sozusagen meine Bestimmung“, erklärt Brightwell.

Finanziert wird das Projekt aus öffentlichen Geldern. Wer den Künstler unterstützen will, kann sich bei Destination Great Lake Taupo informieren.

(Jenny Menzel)

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