Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

Neuseelandhaus

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Neuseelands seltenster Vogel steht kurz vor dem Aussterben

Was ist wohl Neuseelands seltenster Vogel? Es ist weder der unscheinbare Kiwi noch der plumpe Kakapo. Auch der Silberreiher und der Gelbaugenpinguin sind zwar enorm bedroht, aber immerhin gibt es von ihnen noch an die 100 fortpflanzungsfähige Exemplare.

Weniger als 40 Vertreter des Tara Iti oder Fairy Tern, einer winzigen Seeschwalbe, gibt es noch in Neuseeland. Die letzten Brutpaare, die ihre Eier in die Dünen zwischen Whangarei und Auckland legen, haben es in der vergangenen Brutsaison auf enttäuschende drei ausgebrütete Küken geschafft, von denen eines bereits verschwunden ist. Das ist eindeutig zu wenig, um den Fortbestand der Art zu sichern.

Noch besorgniserregender als die geringe Anzahl von Küken ist jedoch nach Aussage von Heather Rogan, die den gemeinnützigen „New Zealand Fairy Tern Trust“ leitet, die generell schwindende Anzahl von Brutpaaren. Nur noch fünf Fairy Tern-Pärchen gibt es an Neuseelands Küsten, in den letzten zehn Jahren lag diese Zahl noch bei (ebenfalls erschreckenden) acht bis zehn.

Dabei hatte die Saison so vielversprechend begonnen: Schon im Dezember meldete das DOC ein erstes geschlüpftes Küken in Pakiri, das war ungewöhnlich früh. Danach wurde allerdings das Wetter stürmisch – und die Touristen kamen.

Fairy Terns sind winzig und scheu. Sie legen ihre Eier weit voneinander entfernt in den Dünen ab, dicht über der Flutlinie. Das macht sie so angreifbar – durch Spaziergänger, Hunde und andere Raubtiere, aber auch stürmisches Wetter und hohe Flutstände. Zu allem Überfluss war vergangenes Jahr eine mysteriöse blaue Substanz am Strand von Waipu aufgetaucht, die eventuell mehrere Seevögel vergiftet hat.

Die DOC-Mitarbeiter reagierten schnell: Nachdem ein brütendes Weibchen gestorben war und ein weiteres Brutpaar nur unbefruchtete Eier in seinem Nest liegen hatte, schob man diesem Paar ein Ei aus einem anderen Gelege unter. Das war die Rettung für dieses eine Küken, das gesund schlüpfte – die anderen haben es nicht geschafft.

Bedenken wegen des zu kleinen Genpools, der zunehmend zu Unfruchtbarkeit und Krankheiten führen könnte, werden lauter – aber welche anderen Möglichkeiten hat der Fairy Tern noch? Heather Rogers fällt einiges ein, was man noch tun könnte, um den kleinen Seeschwalben das Nisten zu erleichtern: „Weniger Helikopter in der Luft, weniger Bauarbeiten nahe den Nistplätzen, und schon gar keine neu angelegten Golfplätze und Luxus-Apartments in den Dünen“, zählt sie auf.

Diese neuen Projekte wurden ausgerechnet von den hier lebenden Maori auf den Weg gebracht, die so ihre Entschädigungsgelder aus dem Vertrag von Waitangi gewinnbringend einsetzen wollen. Das ebenfalls neu angelegte Naturschutzgebiet wird die Fairy Terns nicht retten können.

Bereits in den 1980er-Jahren sah es für die Fairy Terns extrem knapp aus, damals gab es insgesamt nur noch elf Vögel. Umfassende Schutzmaßnahmen in Mangawhai, am Papakanui Spit und in Waipu schafften es, die Population wieder auf 40 Vögel anwachsen zu lassen. Allein für das Aufstellen und Kontrollieren von Fallen zahlt der Fairy Tern Trust jährlich 40 000 NZD, die Arbeit wird komplett von Freiwilligen geleistet.

Ob die Mühe der freiwilligen Naturschützer allein genügen kann, um das Schicksal der Fairy Terns noch einmal abzuwenden?

(Jenny Menzel)

Goto Top