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Waffen-Rückkauf in Neuseeland beginnt: volle Unterstützung aus der Bevölkerung

Eine der direkten Folgen des Attentats in Christchurch am 15. März 2019 war eigentlich lange überfällig gewesen: Neuseelands Waffengesetz wurde umfassend reformiert und ist nun wesentlich strenger. Die Folge: Zahlreiche Waffenbesitzer müssen ihre halbautomatischen Gewehre zurückgeben. Sie erhalten dafür aber einen finanziellen Ausgleich und haben bis zum 20. Dezember 2019 Zeit.

Seit der Verabschiedung des Gesetzes wurden schon 1000 Waffen bei den Polizeistationen des Landes abgegeben. Über eine Online-Registrierung sind weitere 8000 Waffen gemeldet worden, die von ihren Besitzern abgegeben werden.

Am ersten Tag des Rückkaufprogramms in Canterbury erschienen 169 Waffenbesitzer an der Sammelstelle am Riccarton Racecourse in Christchurch. Sie gaben insgesamt 224 nun verbotene Feuerwaffen ab, dazu 217 Einzelteile und Zusatz-Ausstattungen. Der zweite Tag sah bereits wesentlich weniger Teilnehmer: Bis zum Mittag hatten weniger als 30 Personen ihre Waffen abgegeben. Bis zum Ablauf der Abgabefrist sind fast 300 solcher Sammelaktionen in den Polizeidistrikten im ganzen Land geplant.

Medien sind bei diesen Sammelaktionen nicht zugelassen. Die Polizisten, die in Christchurch anwesend waren, äußerten sich sehr positiv zu den Reaktionen der Menschen: Alles sei ohne Probleme gelaufen, die Waffenbesitzer hätten sich sehr kooperativ und einsichtig gezeigt und den strukturierten, schnellen Ablauf der Aktion gelobt. Einige der abgegebenen Waffen werden zunächst sicher eingelagert und später eingeschmolzen, andere direkt vor Ort in einer hydraulischen Presse zerstört.

Die Entschädigungszahlungen in Höhe von über 433 000 NZD werden den Besitzern in den nächsten 10 Tagen auf ihre Konten ausgezahlt. Die Entschädigung beläuft sich auf 70 Prozent des Preises für neue oder gebrauchte Waffen. Sind die Gewehre in schlechtem Zustand, bekommt man noch 25 Prozent des Basispreises erstattet.

Laut Kevin Clements vom Institut für Friedens- und Konfliktforschung an der Otago University ist die generelle öffentliche Meinung in Neuseeland zum Rückkauf illegaler Waffen „komplett positiv“. In Neuseeland kursieren aktuell doppelt so viele Waffen pro Kopf als im Nachbarland Australien und sechsmal mehr als in Großbritannien. So gesehen, sei das Land mit Waffen regelrecht übersättigt, meint der Professor.

Premierministerin Jacinda Ardern habe auf das Massaker von Christchurch ganz ähnlich reagiert wie ihr australischer Kollege John Howard, als dort die Massenschießerei von Port Arthur passiert sei.

Nur wenige Waffenlobbyisten in Neuseeland würden Waffenbesitzer drängen, ihre Feuerwaffen nicht zurückzugeben und sie stattdessen zu vergraben. Sie zeigten sich auch enttäuscht darüber, dass man für Munition keine Entschädigung erhält. Unterstützung bekommen sie von der National-Partei, die sich um die faire Entschädigung der Waffenbesitzer sorgen und die Regierung auffordern, transparent über das Zustandekommen ihrer Entschädigungspreise zu berichten.

Nach dem Ablauf der Amnestie am 20. Dezember 2019 wird der Besitz verbotener Feuerwaffen in Neuseeland mit bis zu fünf Jahren Gefängnis strafbar sein.

Laut Polizeiminister Stuart Nash sind 14 300 militärische halbautomatische Gewehre in Neuseeland registriert. Insgesamt gebe es geschätzte 1,2 Millionen Waffen im Land, von denen die große Mehrheit aber auch nach dem neuen Waffengesetz legal ist.

(Jenny Menzel)

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