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Besucher zahlen mehr für den Abel Tasman National Park - für seinen Schutz

Neuseelands kleinster Nationalpark ist gleichzeitig sein beliebtester: Immer mehr Besucher kommen jedes Jahr in den Abel Tasman National Park. Seine wachsende Beliebtheit führt dazu, dass Tourismusanbieter mehr dafür bezahlen müssen, um Besucher in den Park zu bringen. Sie fordern mehr Transparenz darüber, wohin all das Geld gehen wird – nicht zuletzt im Sinne der Touristen, die diese Gebühren bezahlen müssen.

Schon im Jahr 2007 wurde für die touristische Nutzung der Küstengewässer des Nationalparks (durch Aquataxis, Ausflugsboote oder Miet-Kayaks) eine „foreshore access fee” eingeführt. Ab May 2020 wird sich diese Zugangsgebühr von 1,15 NZD auf 3,28 NZD pro Besucher und Fahrt mehr als verdoppeln. Reisende bemerken von dieser Preiserhöhung nur etwas, wenn sie die Ticketpreise der Vorsaison noch im Kopf haben – extra aufgeführt wird die Zugangsgebühr auf dem Voucher für die Bootstour nicht.

Zusammen mit anderen Gebühren zahlen Touristen derzeit schon insgesamt mehr als 10 NZD an Aufschlägen für ihren Besuch im Nationalpark, je nachdem, was sie dort machen: Zur „Foreshore Access Fee“ kommen noch eine DOC-Konzessionsgebühr der Anbieter von 11,50 NZD pro Person und Tag und eine besondere Landegebühr für Kaiteriteri von derzeit 20 Cent (ab November 2019 1,25 NZD). Außerdem wird von fast jedem touristischen Angebot eine Spende von 50 Cent an den Abel Tasman Birdsong Trust abgeführt.

Ist das schon zu viel oder noch viel zu wenig? Tourismusanbieter streiten schon seit Monaten mit dem Department of Conservation. Vor allem fordern sie mehr Transparenz über die Verwendung der gezahlten Gebühren. Sie wollen auch für Besucher deutlicher machen, warum die Preise für Bootstouren und andere Aktivitäten so hoch sind. Deshalb sollen die vielen Einzelgebühren zu einer Umweltabgabe zusammengefasst werden, die dann sichtbar auf den Preis der Angebote aufgeschlagen wird.

Bisher ist wohl nur wenigen Reisenden klar, dass sie mit ihren Buchungen gleichzeitig den Umweltschutz im Abel Tasman National Park unterstützen – und das wäre ja kein schlechter Hinweis.

Zusätzlich zu den Zugangsgebühren müssen Besucher aus dem Ausland seit der letzten Saison auch noch doppelt so hohe Gebühren für die Nutzung der Campsites und Hütten auf dem Abel Tasman Coastal Walk zahlen, der einer der beliebtesten Great Walks in Neuseeland ist. Auch in der nächsten Saison soll dieser Test vom DOC fortgesetzt werden.

Der neueste Aufschlag auf die Gebühren für Neuseeland-Reisende ist die Tourismus-Abgabe IVL, die seit 1. Juli 2019 bei der Einreise von Touristen erhoben wird. Die 35 NZD sollen ebenfalls für Zwecke des Naturschutzes, aber auch für die Verbesserung der touristischen Infrastruktur genutzt werden.

Angesprochen auf die krasse Preissteigerung, führte das DOC die Preisniveaus in anderen Nationalparks an – die Gebühren wären lediglich auf ein marktübliches Vergleichsniveau angehoben worden. Die hohen Besucherzahlen im Abel Tasman National Park und das Vorhandensein eines Great Walks würden hohe Investitionen in die Erhaltung und den Ausbau der Infrastruktur verlangen.

Nach Schätzungen besuchen mehr als 300 000 Menschen jedes Jahr den Abel Tasman National Park. Die Mehrheit kommt zwar nur als Tagesbesucher, gelangt aber mit einem Ausflugsboot in den Park.

Wofür bezahlen die Touristen?

Die abgeführte „Abel Tasman Foreshore Access Fee” fließt in einen Gemeinschaftsfond, der von DOC und dem Gemeinderat des Tasman District verwaltet wird. Bisher wurden diese insgesamt 2 Millionen NZD für das Management der Besucherströme, den Ausbau touristischer Anlagen und den Schutz der Natur an der empfindlichen Küste investiert. Dazu zählen Müllentsorgung, das Pflanzen einheimischer Bäume, Sanderneuerung an der Torrent Bay, aber auch Patrouillen der Hafenmeisterei von Tasman.

Wenn sich die Einnahmen aus der „Foreshore Access Fee” nun mehr als verdoppeln, dürfte sich die touristische Infrastruktur im Abel Tasman genau wie die Tier- und Pflanzenwelt freuen.

Die Tourismusanbieter sind allerdings skeptisch. Die Gelder für den Umweltschutz fließen zunächst an das DOC. Das hat sich jedoch im Abel Tasman National Park traditionell eher weniger für den Naturschutz eingebracht und diese Aufgaben (in gegenseitiger Absprache) vor allem privat finanzierten Stiftungen wie dem Abel Tasman Birdsong Trust und Project Janszoon überlassen. Genau diese Organisationen sollten denn auch die Gebühren der Besucher erhalten, argumentieren die Tourismus-Vertreter.

Sie führen auch an, dass die Gebühren unfair auf die Besucher verteilt würden: Wer im Nationalpark als Tagesbesucher und nur zu Fuß unterwegs ist, der zahlt (bis auf die IVL bei der Einreise) gar nichts.

Umso wichtiger sei es, zahlenden Gästen bewusst zu machen, dass sie einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten, wenn sie touristische Angebote im Abel Tasman National Park in Anspruch nehmen.

(Jenny Menzel)

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