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Milford Road wird Stück für Stück wieder geöffnet

Fiordland-Jewel-Credit: Camilla-Rutherford

In nur 24 Stunden fiel am 3. Februar 2020 so viel Regen im Fiordland, dass Straßen und Häuser keine Chance hatten. Der 120 Kilometer lange State Highway 94, der von Te Anau zum Milford Sound führt und als eine der schönsten Fahrstrecken der Welt gilt, wurde auf einem etwa 30 Kilometer langen Abschnitt unterspült und stark beschädigt oder zerstört.

Hunderte Touristen waren entlang der Strecke und am Milford Sound eingeschlossen, in Neuseeland war gerade Hochsaison und zahlreiche Wanderer und Wohnmobilisten kommen eigens wegen der Naturschönheiten des Fiordland in den Süden der Südinsel.

Die ersten Einschätzungen der Straßenbaubehörde waren vernichtend: Es würde Monate dauern, bis man die Milford Road wieder befahren könnte. Auch der bei internationalen Besuchern extrem beliebte Milford Track und der Routeburn Track, zwei der Great Walks Neuseelands, mussten vorerst gesperrt werden – letzterer wahrscheinlich für die gesamte Saison.

Für die vom Tourismus abhängigen Unternehmen im Southland bedeutete das, dass sie einen Großteil ihrer jährlichen Einnahmen verlieren würden. Nur wenige Gäste nahmen die Kosten für einen Flug auf sich, um zum Milford Sound zu gelangen.

Schon eine Woche nach den Überschwemmungen wurde ein Behelfszugang geöffnet, der es Fahrzeugen mit Allrad-Antrieb erlaubte, Milford Sound zu erreichen. Zweimal täglich durften Baufahrzeuge und Lieferfahrzeuge in geführten Konvois Treibstoff, Waren, Bauarbeiter und Sicherheitspersonal in die abgeschnittene Region bringen. Die aufwendigen Reparaturarbeiten sollen Millionen von Dollar kosten und noch Monate dauern.

Seit Ende Februar dürfen nun auch Reisebusse für den Transport von Touristen wieder die Strecke nutzen – allerdings immer noch nur im Konvoi. Mit einem Mietfahrzeug oder einem eigenen Fahrzeug darf kein Reisender die Strecke befahren.

Der Zustand der Straße ist sehr schlecht; am Straßenrand häufen sich Steine, Unterspülungen drohen an vielen Stellen und grober Kies ersetzt an Baustellen den Asphalt. Jeder neue Regenfall – und die sind im Fiordland an der Tagesordnung – kann erneute Schäden an der Straße und einen Not-Stopp der Konvois bedeuten.

Trotzdem sind alle Fahrten der Touristenbusse zum Milford Sound schnell ausgebucht. Tickets gibt es in Te Anau und in Knobs Flat. Aktuell gibt es drei Konvois täglich, die hin und zurück fahren. Wer mitfahren möchte, muss 10 Uhr morgens am Startpunkt East Gate sein, etwa eine Stunde Fahrt von Te Anau aus. Weitere Fahrten starten um 12 und 14.45 Uhr.

Alle Fahrten von Tourismusanbietern sind zeitlich gekoppelt mit den Startzeiten der Ausflugsboote im Milford Sound, so dass es dort nicht zu unnötigen Wartezeiten kommt.

An guten Tagen schlängeln sich schon wieder bis zu 40 Busse über den behelfsmäßig instandgesetzten SH 94. Auch der Startpunkt der Konvois schiebt sich Stück für Stück weiter die Straße hinauf, was die geführten Fahrten immer kürzer macht.

Aktuelle Meldungen zur Straßenlage und den Konvoi-Fahrten hat die NZTA.

(Jenny Menzel)


Bild-Credit: Camilla Rutherford

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