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Corona in Neuseeland: komplette Abschottung angekündigt

Credit: Pixabay

Noch sind in Neuseeland nur wenige Corona-Fälle bestätigt. Um die Verbreitung des Virus rechtzeitig zu stoppen, hat das Land eines der restriktivsten Abschottungsprogramme weltweit in Kraft gesetzt. Ab Mittwoch, dem 25. März 2020, gilt Phase 4 des Corona-Alert-Systems. Die vier Stufen des Notfallplans, den die Regierung erst vor wenigen Tagen vorgestellt hat, sehen so aus:

Phase 1: „Prepare“ Solange sich das Corona-Virus noch nicht im Land ausgebreitet hatte, galt eine Vorbereitungsphase. Es wurden Einreisebeschränkungen ausgesprochen, die Kontakte von Corona-Infizierten wurden zurückverfolgt und unter Quarantäne gestellt. Öffentliche Versammlungen wurden auf 500 bzw. (in Innenräumen) 100 Teilnehmende reduziert.
Phase 2: „Reduce“ Seit etwa Mitte März bis Sonntag, den 22. März, ging man davon aus, dass das Coronavirus zwar im Land war, seine Verbreitung aber noch kontrolliert werden konnte. Als Schutzmaßnahmen wurden die Reduktion sozialer Kontakte und strikte Einreisebeschränkungen ausgesprochen. Events wie die Gedenkfeiern zum Jahrestag des Attentats auf die Moscheen in Christchurch oder das Pasifika-Festival wurden abgesagt. Wer immer das kann, sollte von zu Hause zu arbeiten und nicht mehr verreisen. Vor allem Menschen ab 70 Jahren und andere Angehörige von Risikogruppen sollten sich freiwillig isolieren.
Phase 3: „Restrict“ Als klar wurde, dass sich das Covid-19-Virus trotz der Kontrollen weiter ausbreitete, wurde das Alarmsystem eine Stufe erhöht. Von Montag, dem 23. März, bis 25. März 11.59 Uhr (deutsche Zeit) galt eine Vorbereitungsphase für den Lockdown. Alle öffentlichen Einrichtungen und alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte werden geschlossen und die Einführung von Phase 4 in den nächsten 48 Stunden wurde angekündigt.
Phase 4: „Eliminate“ Weil nun befürchtet werden muss, dass sich Covid-19 unkontrolliert in der Bevölkerung verbreitet, geht Neuseeland ab dem 25. März 2020 für mindestens 4 Wochen in den totalen Lockdown. Um physische Kontakte und damit Ansteckungen innerhalb der Bevölkerung maximal einzuschränken, soll jeder, der das kann, zu Hause bleiben und im Home Office arbeiten. Sämtliche Reisen innerhalb des Landes müssen unterlassen werden. Außerdem richtet sich der Staat auf die Rationierung von Vorräten ein und verteilt diese nach Priorität. Auch die medizinischen Einrichtungen sollen nun ihre Dienste nach Bedürftigkeit einteilen.

Diese strengen Maßnahmen treffen die neuseeländische Wirtschaft und die Tourismusindustrie ins Mark. Schon vor Ausrufung der Phase 3 meldete das Hobbiton Movie Set, wegen weggefallener Besucher schließen zu müssen. Die Fluggesellschaft Air New Zealand wird trotz massiver staatlicher Hilfen hunderte Angestellte entlassen müssen. Viele kleinere Firmen und Selbstständige sind unmittelbar von Insolvenz bedroht.

Reisen in Neuseeland während der Corona-Krise

Auch die Angst vor dem Virus ist in Neuseeland angekommen. Die Supermärkte sind leer gekauft; auch die Neuseeländer hamstern Grundnahrungsmittel und Toilettenpapier. Da Neuseeland als Inselnation viele Lebensmittel importiert, sind Liefer-Engpässe bei vielen importierten Produkten tatsächlich zu befürchten.

Für Reisende in Neuseeland ist die Situation enorm kritisch. Alle, die nach dem 15. März ankamen, müssen sich für 14 Tage selbst isolieren. Wer sich nicht daran hält, wird unter Zwangsquarantäne gestellt und danach deportiert. Kreuzfahrtschiffe dürfen in Neuseeland gar nicht mehr anlegen. Seit dem 19. März sind Neuseelands Grenzen komplett dicht – außer Staatsangehörigen darf niemand mehr ins Land.

Seit dem 21. März ruft das Auswärtige Amt auch Reisende in Neuseeland auf, sich für eine Rückholaktion in die ELEFAND-Liste deutscher Staatsangehöriger im Ausland einzutragen. Bereits vor Ausrufung des Lockdowns in Neuseeland haben immer mehr Airlines ihre Flugverbindungen zusammengestrichen oder komplett eingestellt. Transit-Aufenthalte zum Umsteigen in Australien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA sind nicht mehr möglich.

Ab Einsetzen von Phase 4 des Corona-Alarmsystems in Neuseeland dürfte es keine Möglichkeit mehr geben, das Land zu verlassen. Reisende mit genug Reisezeit und finanziellen Reserven richten sich daher gerade notgedrungen auf einen längeren Aufenthalt in Neuseeland ein.

Viele Campingplätze schließen aber momentan oder nehmen keine ausländischen Gäste mehr an, die nach dem 1. März nach Neuseeland eingereist sind. Reisende, die sich in Selbstisolierung begeben müssen, sind ebenfalls fast nirgends willkommen.

(Jenny Menzel)

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