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Willkommen bei 360° Neuseeland

Reisezone zwischen Australien und Neuseeland wird ab September erwartet

SydneyOperaHouse CREDIT Solvarsity Wikimedia Commons CC-BY-SA 4.0
Schon seit einigen Wochen kursiert die Idee einer „Trans-Tasman Bubble” in den Medien und wird von immer mehr Neuseeländern mit Spannung erwartet. Eine exklusive, Corona-freie Reisezone zwischen Australien und Neuseeland, die wahrscheinlich auch einzelne Corona-freie Pazifik-Inselstaaten einschließen würde, soll den hart getroffenen Tourismus in beiden Staaten retten.

Ein Plan für die Umsetzung der „Reise-Blase” wird derzeit von einem Expertenteam erarbeitet und soll bereits Anfang Juni den Regierungen von Neuseeland und Australien vorgestellt werden. Laut Aussage der Expertengruppe könnte man den Plan zum September 2020 in die Tat umsetzen.

Australiens Premierminister Scott Morrison erklärte, er wolle im Juli eine sichere Reisezone etablieren, wenn das Land in die dritte Phase der Reise-Erleichterungen eintrete.
Die „Trans-Tasman Safe Border Group” ist ein 40 Personen starkes Expertenpanel mit Vertretern von elf Regierungsbehörden, sechs Flughäfen und zwei Fluggesellschaften, Gesundheitsexperten und Grenzbehörden. Sie sollen nun einen detaillierten Vorschlag erarbeiten, wie die beiden Nachbarländer ihre Grenzen für wechselseitigen Reiseverkehr öffnen können, ohne dass dabei jeweils 14 Tage in Sicherheits-Isolation verbracht werden müssen.
Ein Großteil der Australier ist laut einer landesweiten Umfrage sehr interessiert sowohl an Inlands- als auch an kürzeren Auslandsreisen, sobald die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie gelockert würden. Wenig überraschend, steht Neuseeland dabei auf den obersten Plätzen der Wunsch-Destinationen. Die Australier sehen Reisen dorthin als nicht riskanter an als einen Urlaub im benachbarten Bundesstaat.

Australier sind die bei weitem größte Gruppe der ausländischen Gäste in Neuseeland, sie machen etwa 40 Prozent aller Touristen aus. Genauso verhält es sich umgekehrt: Australien zählt für Neuseeländer zu den beliebtesten Reisezielen. 2019 reisten 1,4 Millionen Kiwis nach Australien, nur geringfügig weniger als Besucher aus China.
Alle Staaten in der Pazifik-Region haben sehr niedrige Infektionszahlen mit Covid-19 aufzuweisen, was sie großteils ihrer abgeschiedenen Insellage, aber auch strikt und frühzeitig umgesetzten Grenzschließungen verdanken.

Es bestehen aber starke Befürchtungen, dass das Virus nach den vorsichtigen Grenzöffnungen erneut den Weg in die Region finden könnte. Viele Pazifikstaaten haben nur sehr schlecht ausgebaute Gesundheitssysteme und Bevölkerungen mit ohnehin hohen Raten an Vorerkrankungen wie Diabetes und Herzkrankheiten. Sollte sich Corona dort signifikant verbreiten, könnte es ganze Inselbevölkerungen vernichten.

Auf der anderen Seite bedeutet die Wiederaufnahme von normalen Flugverbindungen und Tourismus dringend benötigtes Einkommen. Viele dieser kleinen Inselstaaten sind enorm abhängig von den Märkten in Australien und Neuseeland.

Bevor eine gemeinsame Reisezone mit Neuseeland etabliert wird, muss Australien allerdings erst einmal das Reisen innerhalb des eigenen Landes wieder sicher ermöglichen. Mehrere Bundesstaaten, darunter Western Australia, South Australia, Tasmanien und Queensland, haben ihre Grenzen komplett geschlossen. Auf die Minister dieser Staaten wird nun zunehmend Druck ausgeübt, die Beschränkungen aufzuheben, um wenigstens Inlandsreisen wieder möglich zu machen.

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Solvarsity, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 4.0

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