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Corona-Einreisesperre: Müssen Neuseeländer nun auch draußen bleiben?

Holger Detje/Pixabay
Neuseelands Grenzen sind seit März für Touristen geschlossen. Selbst Besitzer eines regulären Arbeitsvisums werden seit Beginn des Corona-Lockdowns nicht mehr ins Land gelassen. Einzig Neuseeländer mit „Residency“ (und einige andere Ausnahmen) können derzeit das Land betreten.

Jedenfalls im Prinzip. Die Corona-Einreisebeschränkungen schreiben eine 14-tägige staatlich kontrollierte Isolierung für alle Einreisenden vorschreiben, während der zweimal auf Covid-19 getestet wird. Die isolierten Personen halten sich in diesem Zeitraum in Hotels in Auckland oder Christchurch auf, die eigens für diesen Zweck vom Staat angemietet wurden. Wer im Isolierungszeitraum positiv auf SARS-Cov-2 getestet wird, wird in eine Quarantäne-Einrichtung verlegt.

Das ist nicht nur teuer (und zieht zunehmenden Unmut von Neuseeländern auf, die ihre Steuergelder falsch eingesetzt sehen), sondern auch begrenzt: Es gibt schlichtweg nicht allzu viele Hotels in Neuseeland, in denen man Quarantäne-Fälle unterbringen kann.

Da nun nach Ende des strengen Lockdowns immer mehr neuseeländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus anderen Ländern heimkehren, werden die Plätze für die Isolierung knapp.

Die neuseeländische Regierung hat sich noch nicht für eine Obergrenze für zurückkehrende Kiwis ausgesprochen – dies würde auch der „Bill of Rights“ widersprechen (Neuseeland hat keine eigene Verfassung). Allerdings gibt es inzwischen eine Übereinkunft zwischen Ministerin Megan Woods, die verantwortlich für die Isolations- und Quarantäne-Einrichtungen ist, und der Fluggesellschaft Air New Zealand.

Air New Zealand hat Flugbuchungen für die nächsten drei Wochen einstweilig eingefroren und will die Auslastung seiner Verbindungen nach Neuseeland so anpassen, dass die Zahl der täglichen Ankünfte nicht die Kapazitäten der Quarantäne-Einrichtungen übersteigt. Die offizielle Auskunft lautet: „Alle, die bereits einen Flug mit Air New Zealand gebucht haben, werden nach Neuseeland einreisen können – vorausgesetzt, es ist Platz in einer Isolations-Einrichtung.“
Auch mit anderen Airlines ist die Regierung derzeit in Gesprächen. Es soll unter allen Umständen vermieden werden, dass kurzfristig Notunterkünfte errichtet werden müssen, um die Einreisenden unterzubringen.

Derzeit halten sich fast 6.000 Menschen in staatlich kontrollierter Isolation in Neuseeland auf. Viel mehr Neuseeländer planen derzeit ihre Rückkehr nach Neuseeland angesichts weltweit steigender Corona-Zahlen, oft aber auch aus wirtschaftlicher Not.

Wer derzeit noch keinen Flug nach Neuseeland gebucht hat, dem dürfte nun eine weitere lange Wartezeit bevorstehen. Premierministerin Jacinda Ardern legte sich bisher nicht fest, von welchem Zeitraum sie ausgeht – bisher ist vage davon die Rede, dass die Situation „in einigen Wochen“ neu bewertet würde.
Ob es rechtmäßig oder auch nur moralisch in Ordnung ist, Neuseeländer an der Rückkehr in ihre Heimat zu hindern – und sei es auch nur temporär -, wird in den neuseeländischen Medien heiß diskutiert.

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Holger Detje/Pixabay

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