Vantastic

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Neuseelandhaus

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Willkommen bei 360° Neuseeland

Endemische Whio-Enten vor dem Aussterben gerettet

Whio_Blue_Duck_CREDIT: Wikipedia

Die neuseeländische Saumschnabelente, englisch Blue Duck, auf Maori „Whio” (nach ihrem Ruf), ist nicht einfach nur eine Ente. Ihre Fähigkeit, auf schnell dahinfließenden Flüssen absolut stillzustehen, hat schon manchen Wanderer beeindruckt – noch mehr aber ihr irisierend blaues Federkleid.

Whio zieren schon seit langem die neuseeländischen 10-Dollar-Banknoten. Die meisten Neuseeländer haben diese Ente allerdings bisher nur auf dieser Banknote gesehen; um den Zustand der Entenpopulation in der freien Natur war es nicht gut bestellt. 2011 wurden nicht einmal mehr 298 Brutpaare gezählt, womit Whio seltener als einige Kiwi-Arten sind.

Da Saumschnabelenten nur an schnellfließenden Gewässern leben, können sie nicht wie andere bedrohte Tierarten auf unbewohnte kleine Inseln umgesetzt werden. Jedes Whio-Paar beansprucht etwa einen Kilometer Flussufer und sie verteidigen dieses Revier aggressiv. Eine größere Population braucht daher viel Platz – und unberührte Flussufer werden in Neuseeland immer seltener.

Die Blue Ducks haben es außerdem vor allem zur Brutzeit nicht leicht: Wiesel, Frettchen und Katzen lieben die Eier, die frisch geschlüpften Küken und auch die Mütter, die dann gerade ihr Federkleid wechseln und nicht wegfliegen können. Da Whio nur einmal im Jahr brüten, ist ein vernichtetes Gelege ein Desaster.

Trotzdem konnten die Naturschützer vom DOC im Juni 2020 einen beachtlichen Erfolg verkünden: Es gibt wieder 748 Whio-Brutpaare an acht neuseeländischen Flüssen, vom Te Urewera auf der Nordinsel bis ins Fiordland. Und trotz Hindernissen wie den starken Überschwemmungen an der Westcoast, einer Mega-Baummast mit einer starken Zunahme von Wieseln und Frettchen und schließlich dem Corona-Lockdown, der die Schädlingsbekämpfung und die Zählung der Tiere sehr erschwerte, ist die Whio-Population in der Saison 2019/2020 um weitere 23 Brutpaare gewachsen.

Den Erfolg verdanken die Saumschnabelenten nicht nur dem neuseeländischen Umweltschutzministerium DOC, sondern auch der Firma Genesis, die in Neuseeland Wind-, Thermal- und Wasserkraftwerke betreibt – und damit in direkten Kontakt mit den Blue Ducks kam, die sehr gern an den Strom-Stationen brüteten.
Dem Unternehmen wurde schnell klar, dass es nicht genügen würde, den Wasservögeln durch seine Aktivitäten nicht zu schaden. Eine enge Zusammenarbeit mit dem DOC entstand, und seit Beginn der 2000er-Jahre arbeitete Genesis gezielt an der Renaturierung der von ihnen genutzten Flüsse.

Das DOC hatte in seinem Whio-Rettungsplan 2009 für das Jahr 2019 eine Population von 400 Brutpaaren anvisiert – das Genesis-Projekt hat diese Zahl weit übertroffen. Genesis wiederum bedankte sich für die engagierte Unterstützung einzelner Fallensteller, Vereine und Rettungsstationen, die Whio-Brutpaare beherbergen, ihre Eier ausbrüten und ihre Küken aufziehen.

Dank der Finanzierung des Energie-Unternehmens sind heute mehr als 1600 Kilometer an Flussufern mit Fallen besetzt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von privaten Unternehmen, staatlichen Akteuren und gemeinnützigen Vereinen zeigt wieder einmal, dass Artenschutz ein Gemeinschaftsprojekt ist. Mehr über das Projekt „Whio forever“ hier: https://www.whioforever.co.nz/

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Wikipedia

Goto Top